Dauereinsatz für die Ortsfeuerwehr Sarstedt bei Orkantief. 22 Einsatzkräfte waren acht Stunden im Dauereinsatz. THW Sarstedt und Elze zur Unterstützung im Einsatz. Insgesamt waren 14 Einsatzstellen abzuarbeiten.

Das Orkantief Niklas hat auch in Sarstedt seine Spuren hinterlassen. Etliche Bäume wurden entwurzelt und drohten auf Hausdächer zu stürzen, bzw. waren bereits auf Dächer gestürzt. Der erste Einsatz begann um kurz nach 12 Uhr. Auf dem Gelände des alten Extra-Marktes in der Voss-Straße war eine Wand eingestürzt. Eine weitere drohte ebenfalls einzustürzen. Um die Gefahr zu beseitigen, musste die Wand eingerissen werden. Hierfür wurde vom THW Elze ein Bagger angerfordert.

Die weiteren Einsatzstellen verteilten sich auf das gesamte Stadtgebiet. Zusätzlich musste die Drehleiter zu einem Einsatz nach Ahrbergen zum Sportplatz.

Bei einem Einsatz in der Glückaufstraße lag eine Tanne bereits auf dem Dach eines Hauses. Eine weitere Tanne drohte zu stürzen. Diese Gefahr musste unverzüglich beseitigt werden. Hier wurde aus Hotteln der Rüstwagen hinzugerufen.

Der letzte Einsatz war um kurz nach 20 Uhr abgearbeitet. Danach konnten die Einsatzkräfte erschöpft in Ruhe gehen.


Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 01.04.2015:

Sturm fällt Bäume – und sogar Mauern
Sarstedter Feuerwehr hat bis 18 Uhr 13 Einsätze: vom Mauerfall am alten Extra-Markt bis zum Baum quer vor dem Innerstebad

Sarstedt. In Sarstedt war die Feuerwehr gestern wegen des Sturms im Dauereinsatz: Bis 18 Uhr arbeitete sie 13 Einsätze ab, die meisten davon in der Sarstedter Kernstadt. Am Bahnhof kamen Scharen von Fahrgästen nicht vom Fleck, weil der S-Bahn-Verkehr in der Region zwischenzeitlich völlig zum Erliegen kam.

Besonders gefährlich: Auf dem Gelände des ehemaligen Extra-Marktes an der Voss-Straße brachte der Wind einen Teil von einer Mauer zum Einsturz – und eine zweite Mauer auf der anderen Seite der Halle schwankte unter den Böen bereits bedenklich. Sie grenzt allerdings direkt an die Hauptzufahrt der Firma Kannegiesser. Die wird von vielen Autos und auch Fußgängern genutzt. „Wenn diese Mauer auch einstürzt, kracht sie genau auf diesen Weg“, fürchtete Feuerwehr- Einsatzleiter Thomas Meyer. Er ließ die Zufahrt daher sofort absperren. Schwierig gestaltete es sich dann, den Eigentümer ausfindig zu machen. Das gelang schließlich, er kam zur Einsturzstelle – hatte aber kurzfristig nicht die Möglichkeiten, die schwankende Mauer einreißen zu lassen und die Situation dadurch zu entschärfen. So alarmierte die Feuerwehr das Technische Hilfswerk, das am späten Nachmittag mit einem Bagger anrückte und die Mauer abriss.

Das Gebäude steht schon länger leer. Nach der Schließung des dortigen Extra- Marktes vor einigen Jahren war geplant, die Halle für eine neue Netto-Filiale umzubauen und den Gebäudeteil an der Rückseite abzureißen. Dort liefen bereits Abrissarbeiten – stehen blieben nur die beiden Mauern. Jetzt stehen sie nicht mehr, zum Einsturz gebracht von Sturm Niklas und einem Bagger des THW.

Heikel war auch die Situation am Innerstebad: Dort hatte der Sturm direkt vor dem Eingang des Bades einen Nadelbaum gefällt, der nun quer vor dem Eingang lag. Der Bauhof war schnell vor Ort und sperrte den Bereich vorsichtshalber ab. Der umgestürzte Baum blieb erst einmal liegen. Denn wie am ehemaligen Extra-Markt drohte auch hier aus direkter Nachbarschaft neues Ungemach: Der Baum daneben, noch ein Stück größer, bog sich auch schon gefährlich im Wind. So rückte die Feuerwehr mit der Drehleiter an und stutzte die dicksten Äste.

Ein weiterer Baum war in Sarstedt quer über die Jacobistraße am Bahnhof gefallen und blockierte dort den Verkehr. In Heisede fallen vom ehemaligen Gasthaus Dormeier Dachziegel, der Fußweg wurde deshalb gesperrt. Auf der Rückseite stürzte die Begrenzungsmauer des Gasthauses ein. Der Weg konnte von den Anwohnern des angrenzenden Hauses nicht mehr genutzt werden.

Nachmittags flaute der Wind ein wenig ab, doch für die Feuerwehr war der Einsatz-Tag noch nicht zu Ende.