Nächtlicher Großeinsatz in Sarstedter Innenstadt. Um 01:31 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Sarstedt zu einem Wohnhausbrand in die Fr-Ludw-Jahn-Str. alarmiert. Durch den starken Wind zogen bereits auf der Anfahrt zum Feuerwehrhaus Rauchschwaden im Bereich Nordring und Schulzentrum durch.

Aufgrund der Anzeichen wurde sofort die Alarmstufe erhöht und der 3. Löschzug aus Giften, Ruthe und Schliekum nachalarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte brannte der Werkstattbereich in voller Ausdehnung, kurz darauf kam es zur Durchzündung und der gesamte Ladenbereich der Multistore-Filiale stand im Vollbrand.

Das Feuer drohte auf das Gebäude vom Koxinell und dem in der Holztorstraße angrenzendem Gebäude überzugreifen. Auf der Seite zur Ziegelbrenner Straße griff das Feuer auf einen PKW über. Durch Funkenflug geriet das gegenüberliegende Gebäude zur Ecke Zigelbrenner Straße / Jahnstraße ebenfalls in Gefahr. Die Scheiben der Fenster waren bereits geborsten. Zur Westseite hin drohte das Feuer auf das Werkstattgebäude von Burandt & Hoffmann überzugreifen.

Es folgte die dritte Alarmierungswelle. Hier wurde der 1. Löschzug der Stadtfeuerwehr aus den Ortschaften Gödringen, Heisede und Hotteln angefordert, sowie eine 2. Drehleiter der Berufsfeuerwehr Hildesheim. Der 2. Löschzug konzentrierte sich auf die Riegelstellung zum Koxinell-Gebäude. Hier wurde die Sarstedter Drehleiter eingesetzt. Der 3. Löschzug konzentrierte sich auf der Rückseite zur Ziegelbrenner Straße, um eine Riegelstellung zum Wohngebäude der Jahnstraße aufzubauen und das Gebäude von Burandt & Hoffmann.

Die Hildesheimer Drehleiter wurde auf der Holztorstraße eingesetzt, um eine Riegelstellung zu den Wohngebäuden aufzubauen. Der erste Löschzug baute eine Wasserversorgung von der Innerste her auf, um die Hildesheimer Drehleiter mit Wasser zu versorgen. Hier zeigte sich, dass der Radfahrverweilplatz ein idealer Ansaugpunkt für die Löschpumpen ist. Kräfte unter schwerem Atemschutz gingen in das Nachbargebäude in der Holztorstraße vor.

Die Riegelstellungen griffen, es konnte das Feuer eingedämmt werden. Um das Feuer nun effektiv zu Löschen, war eine dritte Drehleiter erforderlich. Diese wurde aus Laatzen angefordert. Um hierfür eine Wasserversorgung aufzubauen, wurde die Feuerwehren der Gemeinde Giesen alarmiert. Die Laatzener Drehleiter wurde in der Ziegelbrenner Straße positioniert. Die Gemeinde Giesen legte eine Doppelte Schlauchleitung von der Innerste her zur Einsatzstelle. Zu diesem Zeitpunkt war das Feuer unter Kontrolle.

Mit den Wärmebildkameras aus Sarstedt und Gr. Förste wurde an den Übergängen der Gebäude die Temperatur gemessen, um verdeckte Glutnester aufzuspüren. Bürgermeister Wondratscheck und Kreisbrandmeister Josef Franke waren mittlerweile an der Einsatzstelle eingetroffen und überzeugten sich von den Maßnahmen. Es konnte an allen Fronten das Übergreifen auf die Nachbargebäude verhindert werden, der Multistore brannte komplett nieder.

Aus der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Gr. Düngen wurde der Atemschutzgerätewagen und der Schlauchwechselwagen angefordert. Die Besatzung der Atemschutzgerätewagens besetzte die Atemschutzpflegestelle im Sarstedter Feuerwehrhaus und führte das Füllen der Atemschutzflaschen durch.

Zwei Einsatzkräfte erlitten eine leichte Rauchgasintoxikation, die ambulant durch den Rettungsdienst behandelt wurde. Sie konnten ihre Arbeiten fortsetzen. Weiter wurde niemand verletzt. Die Ursache und Schadenshöhe steht noch nicht fest. Diese wird jedoch im fünfstelligen Bereich liegen.

Die Polizei war mit 8 Beamten vor Ort und unterstütze die Feuerwehr. Unter anderem war die Innenstadt im Bereich der Holztorstraße / Jahnstraße für den Verkehr gesperrt. Die Avacon war ebenfalls vor Ort und stellte den Strom und die Gaszufuhr ab. Da der Gashausanschluss war so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass die Gaszufuhr für den Straßenbereich komplett abgestellt wurde.

Gegen fünf Uhr konnten die über 140 Einsatzkräfte abrücken. Von der Sarstedter Feuerwehr ist ein Löschfahrzeug und die Drehleiter an der Einsatzstelle verblieben, um Nachlöscharbeiten durchzuführen. Diese dauern zur Zeit noch an.

Die Ruther Feuerwehr stellte auf der Rückfahrt fest, dass der Altpapiercontainer Am Sportplatz Ruther Straße brannte. Dieser wurde ebenfalls abgelöscht.