Job und Wehr sind immer schwerer zu verbinden – Stadtbrandmeister Uwe Meyer kündigt Rückzug an

Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 29.01.2013
Sarstedt (sei). Stadtbrandmeister Uwe Meyer hat in der Hauptversammlung der Sarstedter Ortsfeuerwehr seinen Rückzug aus dem Amt angekündigt. Während seiner 25-jährigen Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr sei er 13 Jahre lang Ehrenbeamter gewesen, erklärte Meyer. Er habe seine Arbeit immer mit vollem Einsatz gemacht. Das schließe auch seine Aufgabe als Stadtbrandmeister ein. Nun übernehme er aber andere berufliche Aufgaben und könne deshalb nicht mehr im gewohnten Umfang als Stadtbrandmeister tätig sein. Er habe die Verantwortlichen gebeten, einen Nachfolger für das Amt zu suchen.

Meyer erfuhr an diesem Abend eine besondere Würdigung seines Engagements: Er wurde mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen für langjährige Dienste geehrt.

In der Mitgliederversammlung wurde indessen immer wieder deutlich, unter welchem Leistungsdruck die ehrenamtlichen Retter stehen. Immer weniger Helfer müssen immer mehr leisten – besonders sind aber die Führungskräfte gefordert.

Das Jahr 2012 sei für die Feuerwehr Sarstedt das Jahr mit den meisten Einsätzen gewesen, berichtete der Stadtbrandmeister – und das trotz einer sinkenden Zahl von aktiven Feuerwehrleuten. Bei Einsatz- und Dienststunden sei ein Zuwachs von 30 Prozent zu verzeichnen gewesen.

Weniger Einsatzkräfte, mehr Einsätze – doch nicht nur dieser Trend beschäftigt die Führungskräfte der Feuerwehr, sondern auch die sogenannte Tagesverfügbarkeit: Es wird immer schwieriger, tagsüber bei einem Brand- oder Hilfseinsatz die nötige Helferschar zusammenzubekommen, denn Arbeitgeber stellen sich häufig quer.

Bürgermeister Karl-Heinz Wondratschek kennt diese Schwierigkeiten. „Wir haben ein strukturelles Problem, was die Verfügbarkeit sowohl der Führungskräfte als auch der Mannschaft tagsüber im Stadtgebiet angeht“, sagte er in der Feuerwehr-Versammlung.

Hinzu kommt, dass Arbeitgeber die Freistellung für Aus- und Fortbildungslehrgänge verweigern und die Feuerwehrleute dafür ihren Jahresurlaub einsetzen müssen – nach Einschätzung der Brandschützer keine besonders guten Aussichten, um Menschen für den Eintritt in die Feuerwehr zu begeistern.