Feuerschutzübung bei Wellpappe-Hersteller Smurfit Kappa / Vorbeugung wird im Werk großgeschrieben

Sarstedt (skn). Ein Brand in einer Halle der Wellpappenfabrik Smurfit Kappa ist für die Sarstedter Feuerwehr wohl ein Alptraum. In keinem anderen Ort der Stadt gibt es so viele hoch brennbare Materialien. Allerdings wird der Brandschutz hier auch groß geschrieben. Gestern hat das Unternehmen erneut zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr eine große Übung veranstaltet.

Michael Burgdorf ist für den Ernstfall gerüstet. Gerade hat der Smurfit Kappa- Mitarbeiter mit seinem Kollegen Viktor Kabatschenko einen brennenden Palettenturm auf dem Smurfit-Kappa-Gelände mit dem Feuerlöscher gelöscht. „Ich hatte mir vorgestellt, dass es sich schneller löschen lässt“, meinte der Mitarbeiter der Wellpappe-Produktion anschließend. Bei der Brandschutzübung durften die Mitarbeiter selbst einmal ausprobieren, wie man die lodernden Flammen in den Griff bekommt.

Das Unternehmen veranstaltet regelmäßig solche Übungen. Gesetzlich verpflichtet ist der Wellpappe-Hersteller dazu nach Angaben von Betriebsleiter Andreas Luda nicht: „Wirmachen das aus freien Stücken.“ Denn der Brandschutz liegt ihm besonders am Herzen.

Und der ist in dem Sarstedter Großunternehmen auch besonders wichtig. „Das ist die größte Brandlast, die wir haben in Sarstedt“, erklärt der stellvertretende Ortsbrandmeister Ulrich Meyer. Als Brandlast wird im Feuerwehrjargon bezeichnet, wie viel Energie in einem bestimmten Gebäude bei einem Brand freigesetzt wird.

Neben dem Palettenbrand hat die Feuerwehr während der gut einstündigen Übung auch gezeigt, wie schnell ein ölverschmierter Motor oder ein mit Papier zugesetzterKabelkanal in Brand geraten. Auch diese kleineren Feuer durften die Mitarbeiter selbst löschen.

Den verschiedenen Demonstrationen vorausgegangen war eine nicht angekündigte Evakuierungsübung. Dabei mussten sich nach Ertönen des Alarms alle Mitarbeiter zum Sammelpunkt auf dem Betriebsgelände begeben. Außerdem erklärte Betriebsleiter Luda den Mitarbeitern auch noch, wie die Sprinkleranlage in den Werkhallen funktioniert.

Andreas Luda zog im Anschluss an die Übung eine positive Bilanz: „So eine Schocktherapie ist für die Mitarbeiter viel anschaulicher, als wenn man nur ein paar Folien in einem Seminarrauman die Wand wirft.“ Der Betriebsleiter wollte seinen Mitarbeitern demonstrieren, welche verheerenden Auswirkungen ein Brand im Palettenlager haben kann: „Zwar hat es zunächst etwas gedauert, bis die Paletten wirklich gebrannt haben. Als das Feuer dann aber erst mal voll im Gang war, ließ es sich nur schwer löschen. Beide Löschversuche mit dem Feuerlöscher waren nicht erfolgreich. Der Brand ist jeweils nach kurzer Zeit wieder ausgebrochen.“ Im Ernstfall hätte also die Feuerwehr die Glut löschen müssen, um den Brand endgültig zu löschen.

Nun schmiedet Luda bereits Pläne, was Thema bei der nächsten Übung im kommenden Jahr sein könnte: „Eine Möglichkeit wäre es, dass die Feuerwehr einen gerade erneuerten Löschwasser-Brunnen in der Nähe unseres Werkgeländes ausprobiert. Dann könnten wir sehen, ob im Ernstfall tatsächlich genug Wasser zur Brandbekämpfung zur Verfügung steht.“

Bericht der Hilldesheimer Allgemeinen Zeitung vom 20.10.2011