Wohnhaus brennt in voller Ausdehnung. Keine Personen zu Schaden gekommen. Zwei Hasen gerettet. Übergreifen auf das Nachbargebäude verhindert. Am Freitag Nachmittag wurde die Ortsfeuerwehr Sarstedt um 13:55 mit dem Alarmstichwort „Wohnhausbrand Graf-Zeppelin-Straße, Personen im Gebäude“ alarmiert.

Nach Eintreffen des 1. Fahrzeuges stand das Dachgeschoss bereits in Vollbrand. Zu diesem Zeitpunkt befand sich laut Aussagen von Anwohnern noch eine Person im Gebäude. Alle Anstrengungen konzentrierten sich zunächst auf den Inneneinsatz zur Personensuche. Erst nach Eintreffen des zweiten Fahrzeuges konnte parallel die Brandbekämpfung aufgenommen werden. Es stellte sich heraus, dass keine Person mehr im Gebäude ist. Es konnten aber zwei Hasen lebend gerettet werden. Um 14:04 Uhr wurde der 1. Zug bestehend aus den Ortsfeuerwehren Hotteln, Gödringen und Heisede und um 14:35 Uhr der 3. Zug mit den Ortsfeuerwehren Ruthe, Schliekum und Giften nachalarmiert.

Zunächst galt es ein Übergreifen auf das unmittelbar angrenzende Wohnhaus zu verhindern. Durch Wärmestrahlung sind dort bereits die Fensterscheiben gerissen. Über die Drehleiter wurde die Brandbekämpfung im Dachbereich vorgenommen und sechs weitere Rohre wurden rings um das Gebäude eingesetzt. Ein weiterer Inneneinsatz war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

Um 16:20 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Die Ortsfeuerwehr Gr. Förste wurde zur Einsatzstelle alarmiert, da diese über eine Wärmebildkamera verfügt, um versteckte Glutnester aufzuspüren. Weiterhin waren zwei Fahrzeuge der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Gr. Düngen im Einsatz und zwei Rettungswagen standen an der Einsatzstelle bereit.

Die Einsatzleitung führte Ortsbrandmeister Friedhelm Ulrich an dem neuen Einsatzleitwagen durch. Das Fahrzeug war das erste Mal nicht nur als Zugführungsfahrzeug im Einsatz sondern mit einer Führungsstaffel als örtliche Einsatzleitung in Betrieb. Insgesamt waren 109 Einsatzkräfte im Einsatz davon wurden 19 Trupps unter schweren Atemschutz eingesetzt. Die Nachlöscharbeiten waren um 19:30 Uhr beendet.


Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 07.05.2011:
84 Feuerwehrleute im Kampf gegen Flammen
Einfamilienhaus brennt völlig aus / Andreas Simon ist der Held des Tages / Dramatische Suche

Sarstedt (ph). Ein Albtraum wurde wahr an diesem sonnigen Freitag: Mitten im Wohngebiet brannte ein Einfamilienhaus fast komplett ab, und der Besitzer stand daneben und konnte nichts tun. Mit 84 Mann kämpfte Sarstedts Feuerwehr gegen die Flammen.

Als Andreas Simon kurz vor 14 Uhr mit dem Auto zumBaumarkt fährt, ahnt er nicht, dass er in wenigen Minuten zum Helden des Tages werden wird. In der Graf-Zeppelin-Straße bemerkt er Brandgeruch. Er hält an, schaut in den Garten eines Hauses und sieht auf der Terrasse den 65-jährigen Hausherrn mit einem Gartenschlauch hantieren. Rauch steigt auf, mehr als von einem Grillfeuer zu erwarten. Der erfahrene Feuerwehrmann sieht sofort: Dieser Brand ist so nicht zu löschen. Er bringt erst mal den Mann in Sicherheit, sieht eine Nachbarin aus ihrem Auto steigen. „Das stinkt hier so komisch, bin ich vielleicht mit
angezogener Handbremse gefahren?“ wundert sich die Frau noch. Dann sieht sie Simon. „Rufen Sie die Feuerwehr!“ ruft er ihr zu. Greift dann wieder zum Gartenschlauch.

Plötzlich piept der Alarmgeber in seiner Tasche. Die Kollegen alarmieren ihn zum Einsatz gegen den Brand, dem er gerade mit demSchlauch zu Leibe rückt. Minuten später ist die komplette Sarstedter Feuerwehr am Brandort. Simon wirft den Gartenschlauch weg und übernimmt ein richtiges C-Rohr.

Einsatzleiter Friedhelm Ulrich sieht ein Haus, dessen Dachstuhl in voller Ausdehnung brennt. Er macht sich Sorgen, weil die Ehefrau des Eigentümers, eine 59-Jährige, nicht da ist. Die Feuerwehr sucht im Haus nach ihr, muss dann aber selbst vor den Flammen flüchten. Das Haus ist leer, die Frau ist in der Stadt unterwegs.

Eine dichte Rauchwolke steigt auf. Schwer, an den Brandherd heranzukommen. Die Feuerwehr setzt eine Kombination aus Uralt-Technik und modernstem Gerät ein. Mit altertümlichen Einreißhaken bemühen sich die Männer, die schweren Betonziegel anzuheben, um an die Brandherde heranzukommen. Dabei schlagen immer wieder die Flammen hoch, umwabern dicke Rauchschwaden
die Feuerwehrleute. Trotz des schönen Wetters und des leichten Windes müssen sie schweren Atemschutz anlegen. Kolleginnen
mit Klemmbrettern überwachen genau, wie lange die Kameraden schon mit dem Gerät arbeiten, rufen sie zum Erholen zurück. Am Straßenrand ruhen sie sich kurz aus, dann geht der Kampf weiter. Kollegen bringen eine Kiste Mineralwasser heran.

Ziegel für Ziegel muss abgenommen werden, krachend rutschen sie in den Garten. Da steht ein Kaninchenkäfig, aus dem die Feuerwehr zwei völlig verschreckte Kaninchen rettet. Beim Haus schlagen die Flammen inzwischen hoch aus dem Dachfirst und aus den Fenstern im Obergeschoss. Auch von der Drehleiter aus richten die Feuerwehrleute ihre Spritzen auf die Brandherde. Langsam werden die Flammen von Wasserdampf ersetzt.

Aus Groß Düngen rückt ein Spezialfahrzeug mit Ersatz-Atemschutz heran, die Giesener schicken eine Wärmebildkamera für die Suche nach versteckten Glutnestern. Auch sämtliche Sarstedter Ortsfeuerwehren sind im Einsatz. Erst um 16.20 Uhr ist das Feuer aus, wenn auch noch immer Rauch aufsteigt. Die Suche nach Glutnestern wird noch dauern.

Die Feuerwehr zieht schon mal Bilanz: DerDachstuhl ist zerstört, es gibt schwere Gebäudeschäden. Polizei und Feuerwehr schätzen ihn auf rund 250 000 Euro. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass der Brand auf ein dicht daneben stehendes Nachbarhaus überspringt. Wegen der großen Hitze sind dort Scheiben gesprungen, der Zaun ist verbrannt.

In Sachen Brandursache ermittelt die Polizei Hildesheim. Am Brandort soll der Hauseigentümer berichtet haben, er habe mit der Lötlampe seine Dachrinne reparieren wollen. Am Abend steht fest: Die vom Brand betroffenen Eheleute L. kommen bei
Verwandten unter.

Viele Nachbarn zeigen Anteilnahme. Einige wundern sich: Nur ein paar Meter neben der Brandstelle steht ein Hydrant. Die Feuerwehr hat ihn nicht benutzt und eine längere Leitung zum nächsten gelegt. Dazu der Stadtbrandmeister: Dieser Hydrant sei keiner für die Feuerwehr, sondern noch aus der Zeit des Baugebietes übrig geblieben.


Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 11.05.2011:
Brandursache geklärt: Es war die Lötlampe
Sarstedts Feuerwehr war sofort nach dem Feuer in der Graf-Zeppelin-Straße wieder einsatzbereit

Sarstedt (ph). Der Brand in der Graf-Zeppelin-Straße ist gelöscht, die Polizei begann unmittelbar danach mit der Suche nach der genauen Ursache des Feuers. Das Fachkommissariat der Hildesheimer Polizeiinspektion hat diese Ermittlungen gestern abgeschlossen. Die Beamten übernehmen die Aussage des Hauseigentümers, nach der es beim Arbeiten mit einer Lötlampe an seinerDachrinne zu dem Brand gekommen war.

Hinweise für ein Fremdverschulden oder einen technischen Defekt können sie inzwischen ausschließen. Der kräftige Wind am Freitag, so die Polizei, könnte den Schwelbrand kräftig angefacht haben.

Zwei Stunden lang hatten am Freitag mehr als 80 Feuerwehrleute gegen den Brand gekämpft, bis sie das Feuer im Dachstuhl unter Kontrolle hatten. Immer wieder flackerten die Flammen neu auf. Am Ende war der gesamte Dachstuhl vernichtet, und das Haus selbst ist schwer beschädigt. Allein der Wasserschaden ist immens. Der Schaden liegt bei 250 000 Euro, schätzen Polizei und Feuerwehr. Ein zufällig vorbeikommender Feuerwehrmann hatte, wie berichtet, den Hauseigentümer in Sicherheit gebracht.

In mehreren Schichten waren bei dem Brandeinsatz die Feuerwehrleute eingesetzt, die mit schwerem Atemschutz gegen den Brand vorgehen mussten. Schließlich qualmte es mächtig, und man weiß nie, welche giftigen Gase solche Brandwolken enthalten können.

Viele Schläuche und Pressluftflaschen wurden benutzt. Die Feuerwehr holte laufend Nachschub aus dem Gerätehaus. Und nach dem Brand?

Dazu der Stadtbrandmeister: „Sofort nach dem Brand war Sarstedts Feuerwehr wieder einsatzbereit.“ Denn ein Spezialfahrzeug aus der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises in Groß Düngen brachte frisches Schlauchmaterial und holte die benutzten Schläuche ab. Diese werden in Groß Düngen gereinigt, getrocknet und erneut an die Feuerwehren ausgegeben. Die Pressluftflaschen wurden ebenfalls sofort mit technischer Hilfe aus Groß Düngen am Sarstedter Feuerwehrhaus wieder aufgefüllt.

Dank dieses Systems kann die Feuerwehr der Kernstadt und die der Ortsteile unmittelbar nach einem großen Brandeinsatz wieder einsatzbereit sein – zumindest was die technische Ausstattung der Wehr angeht.