Um 02:13 Uhr begann der Vatertag für die Feuerwehrleute mit einen etwas anderen Programm. Gemeldet wurde ein Papiercontainerbrand im Fahrradunterstand der Schiller-Realschule. Beim Einteffen des Ortsbrandmeisters griffen die Flammen bereits auf das angrenzende Wohnhaus über.

Die Anwohner konnten schnell aus der Wohnung gerettet werden, während ein Atemschutztrupp den Brandherd ablöschte. Ein Problem stellte die Holzvertäfelte Zwischendecke da. Das Feuer hätte sich in dem Zwischenraum unbemerkt ausbreiten können. So wurde die Zwischendecke geöffnet und mittels Wärmebildkamera, die aus Gr. Föhrste angefordert wurde die Temperatur darin ermittelt.

Nach gut einer halben Stunde konnte dann Entwarung gegeben werden und die Fahrzeuge konnten wieder einrücken. Im Einsatz waren 32 Kameraden der OF Sarstedt, 3 Kameraden aus Gr. Föhrste und 3 Mann Rettungspersonal.


Bericht der HAZ vom 14.05.2010:

Sarstedt (abu). Lebensgefährlicher Lausbuben-Streich? Unbekannte haben in der Nacht zu Himmelfahrt zwei Papiercontainer in einem Unterstand unter der Hausmeister-Wohnung an der Realschule angezündet. Die Feuerwehr verhinderte gerade noch, dass die Flammen auf das Wohnhaus übergriffen.

Ist es einer oder sind es mehrere? Haben sie sich vorher Mut angetrunken oder wollen sie einfach ein bisschen randalieren? Jedenfalls zünden Unbekannte am Himmelfahrts-Morgen gegen 2 Uhr zwei große blaue Plastik-Papiercontainer auf dem Schulhof der Realschule an. Dann
machen sie sich vom Acker – unklar, ob sie jemand beobachtet hat.

Containerbrände gibt es immer wieder, für Menschen gefährlich sind die wenigsten. Meist stehen die Container so, dass Häuser oder selbst Autos nicht in Gefahr geraten. Doch das ist diesmal anders, und deshalb dürfte die Polizei auch deutlich intensiver nach den Tätern fahnden als in anderen Fällen. Denn diese haben sehr wohl Menschen in Gefahr gebracht.

Der Unterstand befindet sich gleich links neben den Fahrrad-Ständern der Realschule. Daneben liegt noch ein Abstellraum der Schule. Und über diesen Raum sowie den Unterstand erstreckt sich die Hausmeister-Wohnung der Schule (die traditionell so heißt, obwohl der aktuelle Hausmeister der Realschule nicht dort wohnt).

Als die Flammen zu züngeln beginnen, schlafen der 58-jährige Mieter und seine Frau bereits fest. Auch der 22-jährige Sohn des Ehepaars hat sich schon hingelegt – sein Schlafzimmer liegt direkt über dem Unterstand, in dem die gut gefüllten Papiercontainer schnell in hellen Flammen stehen. Qualm steigt über dem Gebäude auf. Doch die Familie bemerkt davon nichts. Unterdessen erfasst das Feuer die Holzvertäfelung, die das Dach des Unterstandes bildet. Dahinter liegt Mineralwolle – Holz und Dämmmaterial beginnen schnell zu schmoren.

Glück für die ahnungslose Familie und auch den Landkreis als Eigentümer des Hauses, dass eine 17-jährige Anwohnerin kurz darauf noch einmal ihren Hund ausführt. Sie bemerkt den Qualm – und ruft sofort die Feuerwehr. Ortsbrandmeister Friedhelm Ulrich ist als erster vor Ort.

„Die Flammen loderten lichterloh“, berichtet er. In Sarstedt heulen die Sirenen, reißen viele Bürger aus dem Schlaf. Insgesamt
31 Feuerwehrleute eilen ins Schulzentrum. Einer der beiden Container ist bereits komplett abgebrannt, der zweite stark angesengt – und es qualmt aus der Holzdecke. Durch diese frisst sich das Feuer auch in den Abstellraum vor. Die Feuerwehrleute richten ihre Wasserspritzen
auf Container und Decke – und holen die geschockte Familie aus dem Haus. Das offene Feuer können die Einsatzkräfte schnell stoppen. Doch unter der Holzvertäfelung schwelt es weiter. Drei Feuerwehrleute aus Groß Förste kommen hinzu. Die Brandbekämpfer dort verfügen über eine Wärmebildkamera – und die richten sie jetzt auf die Vertäfelung. Schmort darunter noch etwas? Offenbar ja. Feuerwehrmänner unter Atemschutzmasken rücken dem Holz mit der Axt zu Leibe, reißen einige Latten und Dämmstoff heraus. Einer stürzt dabei von der Leiter, bleibt aber unverletzt.

„Zwischen Holzdecke und Wohnbereich liegt zwar noch eine Betondecke, aber das Feuer hätte sich über die Dämmung der Seitenwände trotzdem zur Wohnung durchfressen können“, erklärt Ortsbrandmeister Friedhelm Ulrich die Gefahr. „Durch den frühen Alarm konnten wir das aber verhindern.“ So kann der 58-jährige Mieter nach einer ersten Prüfung feststellen, dass das Badezimmer zwar etwas verqualmt ist – dort stand ein Fenster auf kipp – dass die Wohnung aber ansonsten wohl unversehrt ist. Den Gesamtschaden an Gebäude und Container beziffert die Polizei, die neben Beamten aus dem Sarstedter Kommissariat auch Mitglieder der Tatortgruppe aus Hildesheim auf den Schulhof schickte, auf rund 20 000 Euro.