„Wohnhausbrand mit Personengefährdung, Liegnitzer Straße 8“. So lautete die Alarmmeldung der Feuerwehreinsatzleitstelle gegen 14:03h für die Ortsfeuerwehr Sarstedt (2.Löschzug). Dies war der Auftakt für eine von Stadtausbildungsleiter Rüdiger Schulz und Stadtbrandmeister Uwe Meyer ausgearbeiteten Alarmübung aller Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet. Als Übungsobjekt standen diesmal gleich drei echte Mehrfamilienhäuser zur Verfügung die in Kürze abgerissen werden sollen und von der Kreiswohnbau Hildesheim hierfür dankenswerterweise zur Verfügung gestellt wurden. So war es möglich eine einsatzrealistische Menschenrettung unter Atemschutz und eine Innenbrandbekämpfung mit Wasser an einem Wohngebäude zu trainieren.
Den eintreffenden Einsatzkräften bot sich das Bild einer starken Verqualmung in allen 3 Etagen ; in jedem Gebäude befanden sich vermisste Personen. Sofort wurde die Menschenrettung unter Atemschutz eingeleitet.
Da auch aus den Nachbarhäusern Nr. 4 und 6 dichter Qualm drang war schnell klar, dass Verstärkung erforderlich ist. So wurden zunächst die Ortsfeuerwehren Gödringen, Heisede und Hotteln (1. Löschzug der Stadtfeuerwehr) sowie nachfolgend die Wehren aus Giften, Ruthe und Schliekum (3. Löschzug) nachalarmiert.
Die „Einsatzstelle“ wurde in drei Einsatzabschnitte aufgeteilt; jeder Zug bekam ein eigenes Wohnhaus zugewiesen und musste auch die Wasserversorgung inklusive aller erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen herstellen. Die Absuche der komplett verrauchten Gebäude nach vermissten Personen, zum Teil mit gewaltsam zu öffnenden Wohnungstüren, forderte die Atemschutztrupps sehr. Als Übungseinlage galt es zusätzlich richtig auf einen Atemschutzunfall zu reagieren. Hierzu wurde ein lebensgroßer Dummy mit vollständiger Schutzkleidung und Pressluftatmer als bewusstloser Atemschutzgeräteträger eingespielt.
Auch die Einsatzleitung war gefordert; hier galt es das Aufwachsen der Einsatzleitung zur örtlichen Einsatzleitung (ÖEL), den Aufbau und sicheren Betrieb des Einsatzstellenfunks a) innerhalb der Züge und b) zur ÖEL (Kanaltrennung von Zugeinsatz und Führungskanal) nebst Einsatzdokumentation abzuarbeiten. Zwischenzeitlich ließen sich Bürgermeister Karl-Heinz Wondratschek und Herr Förster (Kreiswohnbau Hildesheim) von der Einsatzleitung über die Übungslage informieren und verfolgten mit Interesse den Übungsverlauf.
Gegen 15.30h hatten die Löschzugführer der Einsatzleitung „Feuer aus“ gemeldet; alle Personen waren gerettet, die Gebäude mittels Überdruckbelüftung wieder rauchfrei. Anschließend wurde die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Geräte wiederhergestellt.
In einer kurzen Übungsbesprechung konnten Übungsleitung und Einheitsführer feststellen, dass die Übungsziele erreicht wurden. Zukünftig soll bei Schadensfeuern in mehrgeschossigen Gebäuden grundsätzlich eine Anleiterbereitschaft gestellt werden. Lediglich bei den Wasserentnahmestellen kam es durch den Zustand der Unterflurhydranten zu Verzögerungen. Ferner fiel in Ruthe die Sirene nach kurzem Anlauf aus; die Mängel wurden erfasst und weitergemeldet.
Abschließend dankte Stadtbrandmeister Uwe Meyer den Einsatzkräften für Ihren engagierten Einsatz bei der Übung. Sein besonderer Dank galt den Helfern der DLRG-Ortsgruppe Sarstedt, die unter der Leitung von Carsten Deike mit Mannschaft und Gerät die Übungsdarstellung übernommen hatten sowie der Rettungswagenbesatzung des DRK-Rettungsdienstes Hildesheim-Marienburg, die für einen möglichen Erstfall bereitstanden.

Übungsteilnehmer:

Stadtfeuerwehr Sarstedt: 70 Einsatzkräfte, 10 Atemschutztrupps, 11 Fahrzeuge

Logistik:

DLRG-OG Sarstedt: 9 ELW, MTW

DRK-Rettungsdienst: 3 RTW

FTZ-LK Hildesheim: 2 GWA, SWW