Mitten im Wintereinbruch stellen sich die Ortsfeuerwehren im Brandsimulationscontainer dem Feuer entgegen – Praxisnahe Erfahrung mit dem Feuer

Sarstedt. „Es ist ganz schön heiß hier drinnen“ kommt es unter der Atemschutzmaske eines erschöpften Feuerwehrangehörigen hervor, der soeben den „Brandcontainer“ auf dem Betriebsgelände der Fa. Gea-Ecoflex in der Karl-Schiller-Straße verlassen hat. Am vergangenen Samstag stand erstmals der Brandsimulationscontainer „Firetrainer-112“ in Sarstedt, ein Spezialsattelzug mit gasbefeuerten und rechnergesteuerten Brandsimulator auf ca. 42 Quadratmetern Fläche. Regie führte Geschäftsführer Hans-Erwin Paul persönlich, unterstützt von den Trainern Yvonne Albes, Steffen Schlusche und Jörg Beeg. Jeder vorgehende Trupp wurde von einem der erfahrenen „Feuertrainer“ begleitet; direkt im Anschluss erfolgte dann eine Nachbesprechung der Übung. In der Zeit von 08.00 bis 18.00 Uhr absolvierten insgesamt 56 Atemschutzgeräteträger, darunter 6 Atemschutzgeräteträgerinnen aus allen Ortsfeuerwehren des Stadtgebietes das Training.

Vorbereitung auf den Einsatz

Wer die Bedingungen in einem brennenden Gebäude oder die Einsatzmöglichkeiten eines Hohlstrahlrohres nicht richtig kennt, reagiert unter Umständen auch falsch. Ziel des Trainings
ist es daher, die Feuerwehrleute auf diese Extremsituationen vorzubereiten und richtiges Denken und Handeln zu lernen. Hierbei sollen nicht nur die handwerklichen Fertigkeiten und das damit verbundene Wissen vertieft werden. Besonders wichtig ist auch der Umgang mit dem Faktor Stress, der diese schwierigen Brandeinsätze stets begleitet. Durch die Konfrontation mit solchen Situationen im Brandcontainer lernen die Atemschutztrupps sicher damit umzugehen.

Gang durchs Feuer

Verschiedene Brandstellen werden hierbei simuliert, die die Feuerwehrfrauen- und Männer bekämpfen müssen. Nach dem Einstieg in den Container erwarten die Trupps verschiedene Szenarien: Treppenbrand, Gasflaschenbrand, Zimmerbrand mit „Flash-Over“ sowie ein Küchen-Fettbrand. Hitze von über 500 Grad Celsius, Dunkelheit und künstlicher Rauch machen die Gefahrensituation so realistisch wie möglich. Computergesteuerte Sensoren überwachen dabei die Brandbekämpfung. Reagieren die Einsatzkräfte richtig, erlischt das Feuer. Ein Durchgang dauert ungefähr 20 Minuten, wobei den Feuerwehrfrauen- und Männern bis an Ihre körperliche Grenzen belastet werden. Immerhin haben sie ca. 20 kg zusätzlich durch die Atemschutzausrüstung und spezieller Schutzkleidung auf den Rippen.
Für Zwischenfälle stand daher ein Rettungswagen des DRK bereit. Nach dem „Einsatzende“ und der Auswertung war es deshalb wichtig für die Teilnehmer eine Erholungspause einzulegen. Hierfür standen Getränke, Imbiss und Duschmöglichkeit bereit.

Fazit

Die Resonanz sowohl bei den Teilnehmern als auch bei der Feuerwehrführung war einstimmig positiv. Für viele der jüngeren Atemschutzträger war es der erste „Heiße Einsatz“; von den realistischen Bedingungen und den damit verbundenen hohen Anforderungen zeigten sich aber auch „Alte Hasen“ beeindruckt. Wichtig für die Teilnehmer war auch auf Ihre Schutzkleidung vertrauen zu können; diese hat sich hierbei rundum bewährt.
Für Stadtbrandmeister Uwe Meyer zeigte sich mit diesem erfolgreichen Training auch wie wichtig die seit einigen Jahre durchgeführte Weiterbildung für Atemschutzgeräteträger der Stadtfeuerwehr ist. Da das Brandgeschehen insgesamt rückläufig ist, die Brandbekämpfung jedoch im Einzelfall immer schwieriger wird, hält der Stadtbrandmeister eine regelmäßige „Heißausbildung“ für unbedingt erforderlich. Nur so können Einsatz- und Löschtaktik praxisnah trainiert werden.

Dank

Auch logistisch stellte das Brandsimulationstraining eine Herausforderung für die Stadtfeuerwehr Sarstedt dar. Danken möchten Stadtbrandmeister Meyer und Stellvertreter Jürgen Engelmann hier dem Team um Stadtausbildungsleiter Rüdiger Schulz, dem Atemschutzbeauftragen Thomas Meyer, den „Logistikern“ der Ortsfeuerwehr Sarstedt mit Chefkoch Gerd Tölke sowie den Ortsbrandmeistern die alle zusammen einen reibungslosen Ablauf des Trainings sichergestellt haben. Besonderer Dank gilt aber auch der Fa. GEA-Ecoflex, die unbürokratisch Betriebsgelände und Infrastruktur zur Verfügung gestellte.