Der Einsatz fing harmlos an, wie viele andere Einsätze auch die sich in den meisten Fällen als Fehlalarm herausstellen. Um 16:27 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Sarstedt zur Auslösung einer Brandmeldeanlage eines Betriebes Am Teinkamp gerufen. Das Tanklöschfahrzeug machte sich mit einer Gruppe auf den Weg zur Einsatzstelle. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass aus einem Maschinenraum für Kühlanlagen ein zunächst unbekanntes Gas austrat. Aufgrund der Kennzeichnung an der Tür zum Maschinenraum ließ sich zunächst nicht ausschliessen das Ammoniak austrat. Der Erkundungstrupp führte daraufhin eine Ex-Messung durch. Hierbei stellte sich heraus das ein explosives Gemisch vorhanden war(40% UEG).

Grossalarm – Gefahrguteinsatz – in Sarstedt

Daraufhin ließ der Einsatzleiter alle Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Sarstedt alarmieren und kurze Zeit später die Fachgruppe Dekon der Stadtfeuerwehr Sarstedt mit den Feuerwehren Ruthe, Schliekum und Giften. Weiterhin wurden zwei Rettungswagen, der Gerätewagen Gefahrgut der Berufsfeuerwehr Hildesheim und der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehrtechnischen Zentrale dazu gerufen.

Der erste vorgehende Atemschutztrupp belüftete den Vorraum mittels Ex-geschütztem Drucklüfter und schaltete die Kühlanlage nach Eintreffen einer verantwortlichen Person des Betriebes per Not-Aus ab, während indessen ein Einsatz unter Chemikalienschutzanzügen vorbereitet wurde. Der Dekonzug stand am Sammelplatz Schulbahnhof in Bereitschaft und rückte dann geschlossen zur Einsatzstelle an.

Gerade als der Dekontaminationsplatz eingerichtet werden sollte, hatte die Lage sich entschärft. Die Abschaltung der Kühlanlage und die Belüftungsmaßnahmen hatten Erfolg, so dass sich nach weiterer Erkundung herausstellte das kein Ammoniak ausgetreten war sondern durch einen defekten Kühlmaschinenverdichter eines anderen Kühlkreislaufes ein Kältemittel und Kompressorenöl gasförmig aus der defekten Anlage austraten. Die in Bereitstellung stehen Kameraden unter Vollschutzanzügen brauchten nicht mehr eingreifen. Damit ging der Einsatz glimpflich zu Ende. Ein weiterer Trupp unter Atemschutz brachte dann Chemikalienbindemittel auf, um das ausgelaufene Kompressoröl aufzunehmen.

Während des zweieinhalbstündigen Einsatzes bestand für die Bevölkerung keine Gefahr.


Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 26.05.2008:

Großeinsatz am „Teinkamp“ endet glimpflich

Gesamte Stadtfeuerwehr Sarstedt rückt nach Ammoniak-Alarm aus / Stadtbrandmeister Uwe Meyer: „Keine Gefahr“

Sarstedt (cha). Zu einem vermeintlichen Ammoniak-Einsatz auf dem Gelände eines Unternehmens im Gewerbegebiet Am Teinkamp ist die gesamte Stadt-Feuerwehr am Sonnabend ausgerückt.

Bei den Gasen handelte es sich allerdings um ein Gemisch aus Kältemittel und Öl. „Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für die Nachbarschaft“, sagte Stadtbrandmeister Uwe Meyer am Ende des Einsatzes.

Der Alarm ging um 16.27 Uhr bei der Ortsfeuerwehr Sarstedt ein. Eine Brandmeldeanlage auf dem Gelände hatte ausgelöst, und ein kleiner Trupp der ehrenamtlichen Retter raste ins Gewerbegebiet, um nach dem Rechten zu sehen. Aus einem Maschinenraum für Kühlanlagen trat ein unbekanntes Gas aus. Weil an der Tür ein Hinweis auf Ammoniak angebracht war, mussten die Retter mit dem Schlimmsten rechnen. Ammoniak-Luft-Gemische sind explosionsfähig. Die chemische Verbindung ist zudem ätzend. Eingeatmet kann sie zu schweren Lungenschädigungen und sogar zum Tode führen.

Also ging die Feuerwehr auf Nummer sicher. Einsatzleiter Friedhelm Ulrich ließ alle Ortswehren alarmieren. Der erste Erkundungstrupp stellte fest, dass im Innern ein explosives Gemisch vorhanden war. Jetzt rückte auch die Fachgruppe „Dekon“ der Stadtfeuerwehr an. Die Berufsfeuerwehr Hildesheim schickte ihren Gerätewagen Gefahrgut, die Feuerwehrtechnischen Zentrale den Gerätewagen Atemschutz. Und sogar Brandabschnittsleiter Heinrich Köhler setzte sich aus Giesen in Bewegung, als er von dem Einsatz hörte.

Der erste Atemschutz-Trupp lüftete den Vorraum und stellte die Kühlanlage ab. Parallel dazu bereitete die Feuerwehr einen Einsatz unter Chemikalienschutzanzügen vor. Doch die Kameraden in den giftgrünen Anzügen kamen nicht mehr zum Zug. Die Feuerwehr stellte nach dem Abschalten der Anlage schnell fest, dass kein Ammoniak ausgetreten war. An einem defekten Kühlmaschinenverdichter waren ein Kältemittel sowie ein Kompressorenöl gasförmig ausgetreten. Die Frauen und Männer unter Vollschutzanzügen brauchten nicht mehr einzugreifen. Nach und nach rückten die Einsatzkräfte ab. „Es hat zu keiner Zeit eine Gefahr für die Umwelt oder die Nachbarschaft bestanden“, sagte Stadtbrandmeister Uwe Meyer nach dem Einsatz.