An diesem Wochenende fand die zweite Ausbildungseinheit im Rahmen der Truppmannausbildung Teil 2 statt. Während das erste Wochenende als Schwerpunktthema Rettung und Absturzsicherung hatte, standen diesmal die Technische Hilfe sowie der ABC-Gefahreinsatz auf dem Programm.

Am Samstag wurden auf dem Gelände des Technischen Hilfswerkes drei Stationen aufgebaut, an denen mit einfachen Mitteln und mit schwerem Hilfeleistungsgerät die verschiedenen Aufgaben abgearbeitet wurden.
So wurde an der ersten Station geschaut, welche Einsatzmöglichkeiten der Hilfeleistung mit einem Löschgruppenfahrzeug bestehen. Angefangen von Absicherungsmaßnahmen, Ausleuchtung von Einsatzstellen ging es zu den körperlichen Aktivitäten mit Brechstange und Hydraulikhebern. Hier galt es, Personen zu befreien, die durch schwere Gegenstände eingeklemmt waren.

An der zweiten Station wurden die Hilfeleistungsgeräte des Tanklöschfahrzeuges eingesetzt. Insbesondere der Einsatz des Mehrzweckzuges. So konnte allein mit Manneskraft das Tanklöschfahrzeug bewegt werden. Der Rüstwagen aus Hotteln war Mittelpunkt der dritten Station. Aufbau der Arbeitsbühne, arbeiten mit Schere & Spreizer und Abstützung waren die Schwerpunktthemen an dieser Station. Zum Abschluss wurde eine Zugeinsatzübung durchgeführt. Die angenommene Lage war eine Gasexplosion mit 2 verschütteten Personen nach Einsturz. Mit dem erlernten Wissen konnten die Kräfte schnell und sicher die geforderte Aufgabe lösen.

Mit Ausbildung im vorbeugenden Brandschutz ging es am Sonntag weiter. Lesen von Objektplänen, Erstellen von Handzetteln und Besichtigung der Brandmeldeanlage im Innerstebad. Nach einer Mittagspause ging es auf den Schulhof der Kastanienhofschule. Die Ausbilder hatten eine Übung vorbereitet, die mit den Worten „auslaufende Flüssigkeit“ begann. Auf dem Hof angekommen, stellte sich schnell heraus, dass es sich um ein Behälter mit „Salzsäure“ handelte – eine ätzende Flüssigkeit. Schnell wurde der Bereich abgesperrt, eine Erkundung vorgenommen, Not-Dekontamination aufgebaut und weitere Kräfte nachalarmiert. Damit haben die Teilnehmer ihre Aufgabe geleistet, die Übung konnte abgebrochen werden. Alles weitere hätten jetzt speziell dafür ausgebildete Kräfte unternommen.

Nach einer kurzen Abschlussbesprechung hatten die 21 Teilnehmer die Ausbildung abgeschlossen. Nun heisst es bis zum 19. Mai ordentlich Fragen lernen, damit einem guten Prüfungsergebnis nichts mehr im Wege steht.


Weitere Bilder in der Bildergalerie


Bericht der Hildesheimer Allgemeinen vom 14.04.2008, Reinke

Sarstedt – Gefahr erkennen, absperren, Leben retten

Bei einem Verkehrsunfall ist von einem Transporter ein Fass heruntergefallen, aus dem eine unbekannte, möglicherweise gefährliche Flüssigkeit ausläuft. Das ist das Szenario, dass die auszubildenen Feuerwehrleute an dieser Station vorfinden. Fotos: Reinke

(rei) Feuer löschen, Menschen retten und Gefahren bekämpfen ohne sich selbst zu gefährden will gelernt sein. Für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren gehört die zweiteilige Ausbildung zum „Truppmann“ fest zum Programm. An diesem Wochenende wurden in Sarstedt wieder diverse Katastrophenszenarien geübt.

„In diesem Raum könnten noch Verletzte sein“, sagt Jürgen Engelmann, Hausmeister der Grundschule Kastanienhof, und deutet auf einen Plan des Schulgebäudes. Acht Feuerwehrleute notieren sich den Hinweis auf ihren Klemmbrettern. Zum Glück ist es kein echter Notfall, für den sie sich hier versammelt haben. Die Männer und Frauen in den leuchtend orangefarbenen Jacken gehören zu einer Gruppe von insgesamt 21 Feuerwehrleuten, die zurzeit den zweiten Teil der „Truppmann „-Ausbildung machen.
„Das ist die Voraussetzung dafür, später zum Oberfeuerwehrmann oder zur Oberfeuerwehrfrau befördert zu werden“, erläutert Ausbildungsleiter Rüdiger Schulz. Gleichzeitig sei das Bestehen der „Truppmann II“-Prüfung auch zwingend vorgeschrieben, um überhaupt weiterhin im aktiven Dienst einer freiwilligen Feuerwehr arbeiten zu dürfen. Der entsprechende Lehrgang steht spätestens zwei Jahre nach dem Absolvieren der „Truppmann I“ -Prüfung an und nimmt 80 Stunden in Anspruch.

Einen Teil des Programms haben die Teilnehmer aus Sarstedt und den Ortsteilen bereits vor zwei Wochen absolviert. Diesmal geht es vor allem um das Erlernen technischer Hilfeleistungen und die Einsatzplanung für den Ernstfall. Während eine Gruppe im Innerstebad lernt, die Brandmeldeanlage zu bedienen, übt eine andere Gruppe im Feuerwehrhaus an der Bleekstraße das Lesen von Objektplänen und die dritte Gruppe erstellt im Schulgebäude Handzettel, damit sich die Retter schnell im Gebäude zurecht finden: Wo sind Zugänge zum Gebäude, wo Wasserentnahmestellen, wo mögliche Sammelpunkte, wenn eine Evakuation nötig werden sollte? Wieviele Menschen halten sich wann und wo im Gebäude auf und wer ist Ansprechpartner?

In diesem Fall ist das der Hausmeister, der zugleich auch der stellvertretende Stadtbrandmeister ist. Er hat auch dafür gesorgt, dass der Schulhof einige Stunden zum Schauplatz für eine weitere Übung wird. Die Feuerwehrleute simulieren diesmal einen Unfall, bei dem eine unbekannte, möglicherweise gefährliche Substanz ausläuft. „Weil wir nicht wissen können, welche Gefährdung von dem Stoff ausgeht, müssen wir uns in so einem Fall auf einen dreiteiligen Löscheinsatz mit Wasser, Schaum und Löschpulver vorbereiten“, erläutert Schulz. Am Ort des Geschehens angekommen heißt die Devise: Gefahr erkennen, Unfallort absperren, gegebenenfalls Menschenleben retten. Bei dem Szenario auf dem Schulhof sind laut Ausbildungsplan keine Menschenleben in Gefahr. Dafür müssen die Helfer noch eine Notdekontamination aufbauen. Die freiwilligen Feuerwehren, die häufig als erstes an einem Einsatzort eintreffen, bereiten so die Arbeit der hinzugerufenen Spezialkräfte vor.

Aus zusammengeschnürten Löschschläuchen und einer Plane errichten die Teilnehmer ein Becken, in dem sich die Spezialkräfte nach dem Kontakt mit der unbekannten Substanz die Stiefel reinigen können. Noch ist es nur eine Übung, aber im Mai wird es für die Truppmänner zum ersten Mal ernst: Dann steht die Prüfung bevor.