Verkaufsladen einer Autowerkstatt komplett niedergebrannt. – Über 100.000 Euro Schaden.

Um 03.08 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Sarstedt mit dem Stichwort „Explosionen im Gebäude“ zu einer Autowerkstatt in die Käthe-Paulus-Straße alarmiert. Schon auf der Anfahrt des Tanklöschfahrzeuges war die Lage klar. Brand in voller Ausdehnung. Daraufhin wurde die 2. Aarmstufe der Ortsfeuerwehr und kurz danach Alarm für den 1. Zug (Heisede, Gödringen und Hotteln) ausgelöst.

Folgende Lage wurde beim Eintreffen festgestellt: Brand des Verkaufs- und Bürobereiches in voller Ausdehnung. Die angrenzende Werkstatt und das Lager sind aufgrund einer Brandschutztrennung nicht betroffen. Ein PKW, der unmittelbar vor dem Brandobjekt stand, brannte ebenfalls aus. Sofort wurde eine Riegelstellung mit dem Wenderohr der Drehleiter aufgebaut. Unterstützt durch 1-B-Rohr und 2 C-Rohre.

Der unmittelbare Brandbereich konnte nicht mehr betreten werden. Die Atemschutztrupps konzentrierten sich auf den Lager- und Werkstattbereich. Aufgrund des massiven Bedarfs an Atemschutzträgern wurde um 04:07 Uhr der 3. Zug (Giften, Schliekum und Ruthe) alarmiert. Zur Spitzenzeit wurden 3000 Liter Wasser pro Minute eingesetzt.

Um 04:45 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Es wurde daraufhin ein Bagger angefordert, der die Dachhaut des Brandbereiches abdeckt, um geziehlter die Brandnester ablöschen zukönnen. Gegen 08:00 Uhr konnte dann Feuer aus gemeldet werden.

Insgesammt waren 77 Feuerwehrkameraden mit 16 Fahrzeugen im Einsatz. Fast 40 Flaschen Atemluft wurden verbraucht. Der vorsorglich angeforderte Rettungswagen brauchte nicht eingreifen. Personen kamen nicht zu Schaden.


 

Bericht der Pressestelle der Polizei

07.12.2007 | 10:38 Uhr
POL-HI: Brand in einer Autozubehörfirma
Hildesheim (ots) – SARSTEDT (clk.) In der vergangenen Nacht, Freitag, 7.12.2007, 03.10 Uhr, ist es in Sarstedt, Käthe-Paulus-Straße 10, zu einem Großbrand zum Nachteil einer Autozubehörfirma mit KFZ-Werkstatt gekommen.

Das Feuer war zur Entdeckungszeit schon so weit fortgeschritten, dass aus dem Gebäude bereits die Flammen schlugen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Sarstedt ließ sieben weitere Ortswehren alarmieren, so dass insgesamt 100 Feuerwehrleute im Einsatz waren. Diese konnten ein Übergreifen der Flammen auf Nebengebäude verhindern, allerdings ist der Verkaufsbereich völlig zerstört.

Die Brandursache ist derzeit noch völlig ungeklärt. Brandermittler des 1. Fachkommissariates des Hildesheimer Zentralen Kriminaldienstes haben ihre Arbeit aufgenommen. Der Brandort selbst ist derzeit nicht zu betreten. Massive Stahlträger haben sich durch die enorme Hitzeentwicklung verdreht, das Blechdach ist eingesturzgefährdet und muß erst noch abgeräumt werden. Menschen sind nicht worden. Der Schaden wurde in der Nacht auf mindestens 250.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen dauern an, es wird nachberichtet.


 

Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 08.12.2007

 

Flammen rasen durch die Verkaufshalle

Brand in Autozubehör-Firma im Kirchenfelde in der Nacht zum Freitag: 250.000 Euro Schaden

Sarstedt (abu). Schon wieder ein Großbrand: In der Nacht zum Freitag wurde der Verkaufsraum eines Autozubehör-Handels im Kirchenfelde ein Raub der Flammen. Menschen wurden nicht verletzt, die Polizei schätzt den Sachschaden auf mindestens 250 000 Euro. Es war bereits der fünfte Großbrand in diesem Jahr, die Ursache ist noch unklar.

Es ist ein wahres Inferno, dem sich die Sarstedter Feuerwehr kurz nach 3 Uhr in der Nacht zum Freitag gegenüber sieht. Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Verkaufsraum der Firma „A-Z Autobedarf“ in der Käthe-Paulus-Straße. Laut knallend explodieren Spraydosen. Rasend schnell fressen sich die Flammen durch die flache Halle. Öle und Pflegemittel fangen Feuer, fachen den Brand weiter an. Beißender Gestank liegt in der Luft. Ein vor der Tür stehender Kleinwagen brennt völlig aus.

Stadtbrandmeister Uwe Meyer alarmiert wieder einmal alle Ortsfeuerwehren. Bald darauf sind rund 90 Retter vor Ort. Sie pumpen von der Straße aus unentwegt Wasser in das Gebäude, mit der Drehleiter auch auf das Dach. Bis zu 3000 Liter pro Minute fließen durch die Schläuche. An ein Eindringen ins Gebäude ist aber nicht zu denken, die Hitze ist zu groß. Die Stahlträger des Leichtbaus verbiegen sich – Stadtbrandmeister Meyer schätzt deshalb, dass Temperaturen bis zu 800 Grad herrschen.

In schneller Folge wechseln sich die Atemschutzgeräte-Träger der Feuerwehr ab, rücken langsam an das Gebäude heran. Ihr Ziel: Werkstatt und Lagerhalle der Firma zu sichern, nachdem schnell klar ist, dass der Verkaufsraum nicht zu retten ist. Tatsächlich bleiben die beiden anderen Räume weitgehend verschont, auch wenn Ruß und Wasser Schäden anrichten.

Der Verkaufsraum beschäftigt die Feuerwehr bis zum Morgen. Immer wieder flackern Schwelbrände in der Dämmung der Gebäudedecke auf – und die Einsatzkräfte kommen an diese Glutnester nicht so richtig heran. Eine Sarstedter Recycling-Firma stellt schließlich einen Spezialbagger zur Verfügung, mit dem die Helfer die Decke einreißen. Immer weiter pumpen sie Wasser in das inzwischen völlig deformierte Stahlgerüst, erst um 7.16 Uhr heißt es schließlich „Feuer aus!“

Der inzwischen fünfte Großbrand in diesem Jahr (nach Busdepot, Eon-Avacon, Entenfang und Atlas-Supermarkt) ruft bei vielen Feuerwehrleuten Kopfschütteln hervor: „Das kann doch alles nicht mehr wahr sein“, heißt es auch in der Nacht zum Freitag immer wieder. Erst wenige Tage zuvor hatte Stadtbrandmeister Meyer bereits eine Vorab-Jahresbilanz abgegeben und erklärt, mit rund 6000 Einsatzstunden habe sich die Belastung der Sarstedter Feuerwehren im Vergleich zum Jahr 2006 ungefähr verdoppelt. Nun kommen noch einmal mehr als 500 Einsatzstunden hinzu.

Einen Zusammenhang zwischen den Bränden sieht die Polizei in Hildesheim derzeit nicht. „Wir haben keine Hinweise darauf, aber wir ermitteln natürlich in alle Richtungen“, sagt Pressesprecher Claus Kubik. Dass auch die Brände bei Eon-Avacon und im Atlas-Supermarkt zu fast der gleichen Uhrzeit gemeldet wurden wie jetzt das Feuer bei „A-Z Autobedarf“, ist für Kubik kein Indiz: „Das sagt wenig darüber aus, wann das Feuer entstanden ist.“ Bei den beiden anderen Bränden gehen die Beamten von politischen Hintergründen aus: Bei Eon-Avacon lenkt ein Bekennerschreiben den Blick auf die linksextreme Szene, beim Supermarkt gilt der Streit zwischen Türken und Kurden als möglicher Auslöser. „So etwas ist in diesem Fall aber eigentlich kein Thema“, sagte Kubik gestern. Ausschließen wollte er aber nichts – auch, weil die Brandermittler der Polizei noch nicht viel tun konnten: Sie sperrten zwar die Brandstelle ab, wagten sich wegen der akuten Einsturzgefahr aber nicht in alle Bereiche des Gebäudes.

Nach Informationen dieser Zeitung ist das Feuer allerdings vermutlich im der Käthe-Paulus-Straße zugewandten vorderen Bereich des Verkaufsraums ausgebrochen. Brandstiftung gilt als wahrscheinlichste Ursache, auch wenn sich die Ermittler offiziell bedeckt halten und zum Beispiel noch nicht nach Spuren von Brandbeschleunigern oder Ähnlichem suchen konnten.
Der Chef von „A-Z Autobedarf“ zeigte sich gestern zwar geschockt, aber auch kämpferisch. An eine Geschäftsaufgabe denke er nicht: „Natürlich wollen wir so schnell wie möglich wieder aufbauen“, sagte er dieser Zeitung. Gerade der November soll ein erfolgreicher Monat für die Firma gewesen sein.