Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 21.07.2007

Ferienkinder von nah und fern haben gestern die Sarstedter Feuerwache beim Tag der offenen Tür erkundet / Quizsieger durften auf die Drehleiter

Sarstedt (cha). Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Sarstedt und alle wollen hin: Besucher von nah und fern sind gestern zur Sarstedter Feuerwache geströmt, um Lösch- und Bergegerät zu begutachten oder eine Runde mit dem Einsatzfahrzeug zu drehen. Höhepunkt war unter anderem die Fahrt mit der Drehleiter.
Markus pumpt wie ein Weltmeister. Er reißt und drückt an der Kübelspritze, damit Alissa das Feuer löschen kann. Aber das ist nicht so einfach. Zwar besteht das Feuer lediglich aus einigen farbigen Holzplättchen, die per Wasserstrahl umgekippt werden müssen. Aber im Gegensatz zur modernen Löschausrüstung schwankt der Druck in der Kübelspritze erheblich. Also schießt der Wasserstrahl mal über das Ziel hinaus, mal kommt er gar nicht erst an.

Den Ferienkindern, die gestern beim Tag der offenen Tür der Sarstedter Feuerwehr auftauchten, ist dies aber egal. Sie haben ihren Spaß, können beim Schlauchausrollen Kegel umwerfen oder eine Art Minigolf spielen – mit einem Tennisball durch eine so genannte Saugelänge.

Wenige Meter entfernt schwellen Alexander Wedekind die Muskeln im Minutentakt. Er ist dafür zuständig, dass die mit einem Geschirr gesicherten Kinder an der Spitze der Drehleiter nach oben gezogen werden. Natürlich ist die Drehleiter nicht ausgefahren, nach ein paar Metern ist Schluss. Voll ausgefahren erleben die Kinder den ganzen Stolz der Feuerwehr am späten Nachmittag. Dann steht fest, wer beim Gewinnspiel gewonnen hat und samt Begleitung Sarstedt aus der Vogelperspektive erleben darf.

Dazu müssen die Teilnehmer allerdings zunächst ein kleines Feuerwehr-Rätsel lösen. Ein kleiner Junge zupft Rüdiger Schulz am Ärmel. „Du, weißt du, wie viele Sitzplätze die Feuerwehrautos haben“, fragt er. „Dann zähl doch mal nach“, schickt ihn der erfahrene Feuerwehrmann auf die Reise. Nach kurzer Zeit kommt der Junge freudestrahlend zurück. „41“, ruft er. „Na ja, fast“, kommentiert Stadtbrandmeister Uwe Meyer. Er kann natürlich die Fragen aus dem Effeff beantworten. Zum Beispiel, dass es zusammen 40 Sitzplätze in den Fahrzeugen der Ortswehr sind, dass man zehn Jahre alt sein muss, um in die Jugendfeuerwehr eintreten zu dürfen, und dass das Tanklöschfahrzeug Raum für 2700 Liter Wasser hat. Oder aber, wie die Teilnehmer selbst schätzen müssen, den Inhalt von 30 Badewannen.

Der Giftener Ortsbrandmeister Stephan Wehling hat gleich seine „Feuerflöhe“ eingesackt und ist zum Tag der offenen Tür nach Sarstedt gekommen. „Wir wollen ihnen mal den großen Fuhrpark zeigen“, erklärt Wehling. Die „Feuerflöhe“, Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zehn, sind noch zu jung für die Jugendfeuerwehr. Sie sollen spielerisch ans Retten, Löschen, Bergen herangeführt werden.

Über so viel Besuch freut sich natürlich vor allem Hausherr Friedhelm Ulrich. „Es sind heute auch einige neue Gesichter dabei“, ist der Sarstedter Ortsbrandmeister begeistert. Das sei gut, weil die Ortswehr natürlich auch stets daran interessiert sei, dass bei solchen Veranstaltungen Nachwuchs „kleben“ bleibe. Wie viele seiner Kollegen schielt Ulrich öfter gen Himmel, wo dicke Wolken ziehen. Doch die meiste Zeit bleibt es trocken. „Wenn es jetzt regnet, ist mir das auch egal“, sagt Max, der beim Schlauch-Kegeln immer an den mit Wasser gefüllten Colaflaschen vorbei wirft. „Dann kaufe ich mir eine Wurst und setze mich in eins der Feuerwehrautos.“

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