Brände, tote Vögel und Kyrill
Ortsfeuerwehr Sarstedt zieht Bilanz und vereidigt Nachwuchskräfte / 156 Einsätze im Jahr 2006 / Weniger Fehlalarme

Sarstedt (ham). „Nur der Eintritt und der Austritt sind bei der Feuerwehr freiwillig. Alles was dazwischen liegt, ist Pflicht“. Markige Worte von Ortsbrandmeister Friedhelm Ulrich, gerichtet an neun frisch gebackene Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen.

Traditionell mit der Hand auf dem Beil sprach der Brandschutznachwuchs die Vereidigungsformel und verstärkt ab sofort die Gruppe der Aktiven. „Für mich ist die Vereidigung immer ein besonderer Höhepunkt der Versammlung“, sagte Ulrich. Rückblicke, Ausblicke und Ehrungen bestimmten ansonsten die 127. Mitgliederversammlung der Ortsfeuerwehr Sarstedt.

Von 156 Einsätzen im Jahr 2006 wusste der stellvertretende Ortsbrandmeister Ulrich Meyer zu berichten. Außer zwei Wohnungen gerieten auch Container, Mülltonnen, ein Auto, ein Baum, Strohballen und ein Balkon in Brand. Der mit 107 Alarmierungen überwiegende Anteil der Einsätze entfiel allerdings auf Hilfeleistungen, wie das Beseitigen von Öl auf Straßen oder Gewässern. „Allein 53 tote Vögel wurden gemeldet, da die Bevölkerung Anfang des Jahres 2006 im Hinblick auf Vogelgrippe sehr sensibilisiert war“, berichtete Meyer. Zum Glück habe sich keiner der Verdachtsfälle bestätigt.

Erfreulich, so Ulrich, dass die Fehlalarme deutlich zurückgegangen seien. Nur noch 24 Mal mussten die Wagen im vergangenen Jahr vergeblich ausrücken. Im Januar 2007 verfügt die freiwillige Feuerwehr Sarstedt über 109 Mitglieder, davon 20 Jugendliche.

Jugendfeuerwehrwart Sven Schmitz zog ebenfalls eine positive Bilanz. „Die Weihnachtsbaumaktion hat sowohl im letzten als auch in diesem Jahr wunderbar geklappt“, hob er einen Höhepunkt der jugendlichen Aktivitäten hervor. Die Nachwuchs-Brandschützer erhielten während 32 Diensten im Jahr 2006 eine solide Grundausbildung in Theorie und Praxis, hörten Vorträge zur Unfallverhütung und natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz.

Natürlich spielte auch der Orkan „Kyrill“ bei der Versammlung eine Rolle. „Er hat uns eine ganze Menge Arbeit beschert“, bilanzierte Ortsbrandmeister Friedhelm Ulrich. Er forderte in diesem Zusammenhang die rasche Einführung von Digitalfunk, da die herkömmlichen Funknetze in Krisensituationen wie dem Sturm sehr rasch überlastet seien. „Wir können ja wieder Rauchzeichen benutzen“, scherzte ein Teilnehmer der Versammlung. Ulrich lobte die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei und allen Sarstedter Hilfsorgansiationen. „Das lief alles sehr harmonisch“.

Nachfolger von FDP-Mann Winfried Schirm als Vorsitzender des Feuerschutzausschusses im Rat der Stadt ist Achim Bäte von der SPD, gleichzeitig Stadtjugendfeuerwehrwart. Der Hottelner nutzte die Gelegenheit, um sich vorzustellen. „Ich möchte den Bau des neuen Gerätehauses mit vorantreiben“, sagte er. Bürgermeister Karl-Heinz Wondratschek versprach für dieses Jahr einen neuen Mannschaftswagen und das schon fast obligatorische Fass Bier. „Besonders freue ich mich, dass das Hallenbad im vergangenen Jahr keinen Fehlalarm mehr ausgelöst hat“, so der Stadtchef.

Stadtbrandmeister Uwe Meyer stellte den Feuerwehrkameraden die Einsatzbilanz des Jahres 2006 für Sarstedt vor (der Sarstedter Anzeiger berichtete).
Für den Nachfolger des vor einem Jahr ausgeschiedenen Rainer Will gab es am Ende noch eine dicke Überraschung. Nachdem Meyer schon seiner Frau Heike zum Titel einer Hauptfeuerwehrfrau gratulieren konnte, beförderte ihn Wondratschek zum Ersten Hauptbrandmeister. „Dass ein Stadtbrandmeister fachlich qualifiziert ist, kann man voraussetzen. Uwe Meyer ist aber darüber hinaus eine Integrationsfigur, die die Interessen der Stadtfeuerwehr und der Ortswehren hervorragend koordiniert“, zollte der Bürgermeister Anerkennung.

Neue Posten, neue Schulterstücke bei der Ortsfeuerwehr

Sarstedt (r). Ortsbrandmeister Friedhelm Ulrich (links) und sein Stellvertreter Ulrich Meyer wechseln die Schulterstücke von Peter Borgaes, der zum Oberlöschmeister befördert wird. Die weiteren Ehrungen und Beförderungen bei der Ortsfeuerwehr Sarstedt im Überblick: Das niedersächsische Ehrenzeichen für 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr erhielten Peter Borgaes und Rüdiger Schulz. Die Ehrung für Kai Viehmeier, der beruflich verhindert war, wird nachgeholt. Zum Oberfeuerwehrmann befördert wurden: Dirk Bäte, Thomas Kurz und Scott Nicholson. Heike Meyer und Maik Becker dürfen sich künftig Hauptfeuerwehrmänner nennen. Siegfried Rumbschick wurde erster Hauptfeuerwehrmann, Frank Lukaschack Hauptlöschmeister. Den Eid als Feuerwehrmann und Feuerwehrfrau legten Sebastian Blaut, Patrick Luczak, Jessica Melde, Michael Oldenburg, Heiko Pasemann, Damian Rak, Michael Schwenke, Manuela Stäuber und Daniel Zidek ab.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 29.01.2007