Um 11:30 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Nordstemmen zu einem Großbrand einer Produktionshalle in der Hauptstraße alarmiert. Die Rauchwolken verhießen nichts gutes. Schon auf der Anfahrt wurde Vollalarm ausgegeben.

Die Drehleiter aus Sarstedt, befand sich zur gleichen Zeit auf Ausbildungsdienst im Stadtgebiet und konnte sofort nach Nordstemmen fahren. Sie wurde mit dem Wasserwerfer zu Brandbekämpfung aus der Höhe eingesetzt. Um 15 Uhr war das Feuer, bis auf kleinere Brandnester abgelöscht, so dass die Drehleiter wieder einrücken konnte.

Vor Ort ging die Arbeit für die anderen Feuerwehren weiter. Das Gebäude wurde durch das THW mittels Radlader geräumt und eingerissen. Insgesamt waren weit über 100 Einsatzkräfte tätig.

Fotos 1 +2: Christian Elsner – dpa

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Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 18.09.2006:
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Nordstemmen: Feuer frisst sich durch Lagerhallen

Zum zweiten Mal in diesem Jahr brennen Gebäude des ehemaligen Landmaschinenhandels Müller / 400.000 Euro Schaden

Nordstemmen (tr). Ein Feuer hat am Sonnabend einen Großteil des ehemaligen Landmaschinenhandels Müller an der Nordstemmer Hauptstraße zerstört. Lediglich das einstige Verwaltungsgebäude blieb von den Flammen verschont. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, der Schaden wird auf rund 400 000 Euro geschätzt.

Als die ersten Sirenen schrillen und Feuerwehrwagen mit Blaulicht durch die Hauptstraße rasen, steht bereits eine dicke, schwarze Rauchwolke über dem Ort. Ein beißender, schwerer Geruch liegt in der Luft – und aus dem Dach des ehemaligen Landmaschinenhandels Müller an der Hauptstraße schlagen die Flammen empor.
Wie sich später herausstellt, ist ein Feuer im hinteren Teil des Gebäudekomplexes ausgebrochen. Im alten Lager des insolventen Unternehmens stehen sogar noch die Werkbänke. Nach Auskunft der Polizei liegt auch noch jede Menge Papier dort, dazu Spraydosen. Unter diesen Umständen eine fatale Kombination. „Es waren beim Löschen immer wieder Explosionen zu hören“, berichtet Heiko Bartels. Der Mahlerter Ortsbrandmeister ist gegen 11.33 Uhr als einer der ersten mit seinem Team am Einsatzort, übernimmt die Leitung.
Schnell ist Bartels klar: Die neun Nordstemmer Ortswehren kommen alleine nicht klar, Verstärkung muss her. Denn ausgerechnet am Sonnabend weht ein seltener Ostwind in Nordstemmen – und der treibt die Flammen vom äußeren Lager direkt in die anderen Hallen auf dem Grundstück. Und so rücken unter anderem auch die Wehr Gronau mit einem zweiten Drehleiterwagen und die Alfelder Wehr mit einem zusätzlichen Schlauchwagen aus. 100 Feuerwehrleute aus 14 Ortswehren bekämpfen am Ende den Brand.
Derweil hat die Hildesheimer Polizei-Leitstelle die Radiosender informiert. Die warnen im Halbstundentakt die Nordstemmer. Die sollen Türen und Fenster geschlossen halten. Die Feuerwehr beginnt, den Schadstoffgehalt in der Luft zu messen. Doch bis auf erhöhte Kohlenmonoxidwerte (das Gas entsteht vor allem, wenn Stoffe bei hohen Temperaturen verbrennen) ist die Luft nicht übermäßig belastet. Auch die Untere Wasserbehörde ist im Einsatz, checkt die Leine. Denn das Löschwasser – möglicherweise kontaminiert – kann über den nahen Salzbach in den Fluss gelangen. Aber auch dort geben die Experten Entwarnung.
Gegen Mittag stürzen im Lager die ersten Ziegelwände ein, die Scheiben der Rolltore sind längst geschmolzen. Für den Einsatzleiter steht fest: Alle Feuerwehrleute müssen da raus, der Brand wird jetzt ausschließlich von außen bekämpft. Bartels fordert vom THW Elze einen Bagger an. „Der soll alles vorsichtig nach außen wegreißen, damit wir den Brandherd erkennen können“, erklärt der Ortsbrandmeister. Das wird vor allem für die Polizei wichtig sein, damit sie die Brandursache feststellen kann. Bis gestern war allerdings nicht geklärt, wie das Feuer ausgebrochen ist. „Wir können Brandstiftung nicht ausschließen“, so ein Polizist auf Nachfrage dieser Zeitung. Mit ersten Ergebnissen der Untersuchung sei allerdings frühestens am heutigen Montag zu rechnen.
Gegen 16.30 Uhr ist das Feuer am Sonnabend schließlich gelöscht. Bis Sonntagmorgen gegen 7 Uhr bleibt eine Brandwache der Feuerwehr auf dem Grundstück.
Erst im Mai war ein Schwelbrand in der Lagerhalle ausgebrochen. In der Halle hatten damals alte Zeitungen und anderer Schrott gebrannt. Die traditionsreiche Landmaschinenfirma Carl Müller in Nordstemmen hatte im November 2001 Insolvenz beantragt, seit mehreren Jahren steht der Gebäudekomplex (unter anderem Verwaltungshaus und mehrere Hallen) größtenteils leer.

Foto 3: Angela Schlegel, Hildesheimer Allgemeine Zeitung
Foto 4+5: Andreas Hartmann, Hildesheimer Allgemeine Zeitung