Uns erreichen regelmäßig Anfragen, unerwünschte Wespen- oder Hornissennester zu beseitigen. Schädlingsbekämpfung und auch die Beseitigung oder Umsetzung von Wespen- oder Hornissennestern ist ausdrücklich NICHT Aufgabe der Feuerwehr. Zuständig hierbei ist in allen Fällen die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Hildesheim.

Nest der harmlosen und nützlichen Mittleren Wespe im Obstbaum (Quelle: www.wikipedia.de)

 

Im Hochsommer bis Ende September werden Wespennester von Staaten bildenden Arten, die sich auf Balkonen, Terrassen oder im Bereich von Eingangstüren und Fenstern befinden, sichtbar durch häufige Ein- und Ausflüge. Die heimischen Langkopfwespen-Arten „Deutsche und Gemeine Wespe“ haben zudem eine Vorliebe für Süßes und Gegrilltes, sodass sich viele Menschen von ihnen belästigt fühlen. Gerade in Familien mit Kindern, älteren Menschen oder Allergikern ist Vorsicht geboten. Falsches Verhalten gegenüber den Tieren, kann Wespen zum Stechen veranlassen.

Der BUND (www.bund.net) gibt deshalb Tipps zum richtigen Umgang mit solchen Situationen:

Wenn es hinter Holzverkleidungen, in Rollläden oder im Dach von Wohnhäusern brummelt, verbergen sich dahinter oft die Deutsche oder die Gemeine Wespe, die ihre Nester in dunklen Hohlräumen, aber sehr häufig auch in Erdhöhlen bauen und im Spätsommer große Staaten mit Tausenden von Tieren bilden können. Während diese beiden Arten den Menschen oft lästig werden, deuten freihängende Nester auf andere, kleinere Staaten bildende Wespenarten wie die friedfertige Mittlere Wespe oder die Sächsische Wespe hin. Letztere baut auch in Hohlräumen ihr frei hängendes Nest und es kommt zu Verwechselungen mit den anderen Arten. Mit der Mittleren und Sächsischen Wespe lässt es sich völlig konfliktfrei leben, denn sie fliegen keine süßen Nahrungsmittel an. 

Friedliche Koexistenz mit der Gemeinen und Deutschen Wespe

Deutsche Wespe – Quelle: Wikipedia

Die Deutsche und die Gemeine Wespe gehören zwar nicht wie Hornisse und Hummel zu den besonders geschützten Arten, sind aber – wie alle wildlebenden heimischen Tiere – durch das Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich vor Beeinträchtigung, Tötung und Zerstörung ihrer Nester geschützt. Ein richtiger Umgang mit diesen Tieren ermöglicht in vielen Fällen eine friedliche Koexistenz, zumal Wespen sehr nützlich für das Gleichgewicht in der Natur sind. Sie erbeuten andere Insekten, auch Schädlinge und halten sie auf natürliche Weise kurz. Außerdem spielen Wespen neben anderen Hautflüglern eine wichtige Rolle bei der Bestäubung unserer heimischen Blütenpflanzen, was durch den Verlust von immer mehr Bienenvölkern besonders wertvoll ist!

Praktische Tipps im Umgang mit Wespen

  • Verhalten Sie sich ruhig. Vermeiden Sie, zu nah an ein Wespennest zu kommen; in der Regel stechen Wespen nur, wenn sie sich angegriffen fühlen.
  • Angstschweiß kann die Tiere anlocken; Anpusten kann die Tiere aggressiv machen. Die um einen Tisch kreisenden Tiere sollten nicht panikartig verscheucht werden.
  • Beim Trinken sollte niemals aus einer Flasche direkt getrunken werden; Kinder sollten ggf. Strohhalme benutzen, um gefährlichen Stichen im Mundraum vorzubeugen.
  • Wer im Freien speist, sollte in einiger Entfernung zum Esstisch ein paar überreife Früchte zum Ablenken der Tiere hinstellen und im Umfeld Fallobst zusammenkehren.
  • Wenn September bis spätestens Oktober der Jahreszyklus der Wespen endet, wird das einmal verlassene Nest niemals wieder benutzt.
  • Wer doch einmal gestochen wird, kann sich in der Apotheke oder im Internet vorsorglich sich ein „Body-Pik“ Gerät gegen Insektenstichen besorgen, wo bei schneller Anwendung das Anschwellen, Schmerzen und Juckreiz gelindert werden.

Friedliche Koexistenz statt Giftgasangriff mit Insektiziden

Gemeine Wespe – Quelle: Wikipedia

Wer ein Wespennest am Haus oder Schuppen hat, sollte zunächst überlegen, ob ein friedliches Miteinander möglich ist. Wenn das Wespennest jedoch unmittelbar am Eingang hängt, sodass die Tiere ihre Brut ständig bedroht sehen oder Allergiker um ihre Gesundheit fürchten müssen, können Betroffene es entfernen lassen. Dies sollte jedoch unbedingt von einem anerkannten Schädlingsexperten (Gelbe Seiten, Branchenbuch) durchgeführt werden und nicht in eigener Regie, denn ein nicht fachgerecht durchgeführter Einsatz von Insektiziden kann zu erheblichen Schäden für die Gesundheit von Menschen und Tieren führen. Die Kosten für die Beseitigung hat der Auftraggeber zu zahlen. Oft befinden sich aber auch die Nester der Gemeinen Wespe in den Bauten von Mäusen oder Maulwürfen inmitten des Gartens. Da hilft es, den Einflugort mit einem Abstand von ein paar Metern zu umgehen.

Hornissen nisten in Gartenhütten unter dem Dach (Quelle: www.wikipedia.de)

Wer an seinem Haus ein Hornissennest hat, darf dieses keinesfalls eigenständig entfernen, denn Hornissen gehören zu den nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten.

Erst wenn im Herbst die Jungköniginnen das Nest verlassen und das Volk gestorben ist, darf das leere Hornissennest entfernt werden und kann als interessantes Anschauungsmaterial helfen, um mehr über diese interessanten äußerst nützlichen großen Wespen zu erfahren.
Hornissen werden nur dann gefährlich, wenn sich Menschen in der Brutzeit zu sehr ihren Nestern nähern. Meist bauen Hornissen ihre Nester in großen Höhlen alter Bäume, selten in Hohlräumen an Gebäuden in Ermangelung von Baumhöhlen. Ein Abstand von 3 bis 4 Metern reicht in der Regel bereits für ein völlig problemloses Miteinander aus.
Weder Hornissen noch Hummeln kreisen wie die Deutsche und Gemeine Wespe lästig um Getränke und Speisen herum. Sie suchen ihre Nahrung ausschließlich in der Natur. Hornissen jagen auf der Suche nach eiweißreicher Kost übrigens auch Wespen, Bremsen und Fliegen, um damit ihre Brut zu ernähren. Wer im Garten Altholz oder morsche Äste hat, kann sogar interessante Naturbeobachtungen anstellen, wenn Hornissen hier das schon etwas verrottete Holz zerbeißen, um daraus ihre kunstvollen Papiernester zu bauen.

Hornissen in menschlicher Nähe – auf den richtigen Umgang kommt es an

(Quelle: www.wikipedia.de)

Nur wenn es nicht anders geht: Dann sollten Hornissennester von Profis umgesetzt werden. Beispielsweise, wenn ein Hornissennest am Eingang einer Kindertagesstätte entfernt werden muss. Dann nehmen Sie Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Hildesheim auf.

Wer mehr Informationen zum Thema Wespen, Hornissen, Wildbienen oder Hummeln wünscht, kann sich an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Hildesheim wenden:

Frau Kirchner Tel.: 05121/3094251 oder Herr Schulz Tel.: 05121/ 3094072