1902

Nach einer allgemeinen Verfügung über die Regelung des Feuerwesens, erlassen vom Preußischen Innenminister Freiherr von der Recke am 28. Dezember 1898 in Berlin, gab der Oberpräsident für die Provinz Hannover Graf zu Stolberg am 27. September 1901 die „Polizeiverordnung betreffend der Regelung des Feuerlöschwesens“ heraus, die am 1. April 1902 in Kraft trat.

Der Paragraph hatte folgenden Wortlaut:

„In jeder Stadt- und Landgemeinde und in jedem Gutsbezirke, soweit in demselben nicht eine ausreichende Berufsfeuerwehr besteht oder dieselben nicht einem Spritzenverbande angehören sowie für jeden Spritzenverband ist eine Feuerwehr einzurichten mit den Abteilungen:

Zur Bedienung der Spritze

  1. Zur Ausbildung des Steigerdienstes sowie zum Retten von Menschen, Vieh und Habe
  2. Zur Herbeischaffung von Wasser
  3. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Bewachung der geretteten Sachen.

 Die Feuerwehr ist durch Übungen für ihre Aufgabe, Schadenfeuer zu bekämpfen, auszubilden und fähig zu halten.“

Um dieser Verordnung Genüge zu tun, wurde am 16. April 1902 eine Gemeindeversammlung einberufen zwecks Beschlußfassung, ob Pflicht- oder Freiwillige Feuerwehr. Auf vielseitigen Wunsch wurde an demselben Tage die Freiwillige Feuerwehr Schliekum gegründet. Es wurde beschlossen: Jeder Feuerwehrmann kauft einen Uniformrock, alles andere wird von der Gemeinde beschafft. Unter Vorsitz des Gemeindevorstandes wurde das erste Kommando gewählt:

Hauptmann                                                        Fritz Rohlfs
stellvertretender Hauptmann                         Heinrich Hahn
Schrift- und Rechnungsführer                         Fritz Bode
Kassierer                                                              Gustav Wassmann
Führer und Obersteiger                                    Hermann Weddige
Führer                                                                   Wilhelm Kramer
stellvertretender Führer                                    Eduard von Storren
Sanitätsmann                                                       August Hahne
Spritzenmeister                                                   Ernst Klußmann
stellvertretender Spritzenmeister                    Eduard Berg

 

Im Gründungsjahr 1902 hatte die Wehr 45 Mitglieder. Von der Gemeinde wurden im selben Jahr an Ausrüstungsgegenständen beschafft:

1     Handdruckspritze mit 210 Meter Schlauch
2     Steigerleitern
45    Helme
45    Gurte
5     Beile
4     Laternen
4     Leinen mit Karabinerhaken

 

Die Spritzenprobe hat am 7. September 1902 stattgefunden, die erste Herbstübung am 19. Oktober mit anschließendem Ball und die erste Nachtübung in der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober 1902. Hier soll erwähnt werden, daß 10 Minuten nach Ertönen des ersten Alarmsignals sämtliche nicht verhinderte Mitglieder zur Stelle waren und nach weiteren 5 Minuten Wasser gegeben wurde.

1903

Am 8. Mai 1903 verunglückte Hauptmann Fritz Rohlfs beim Steine fahren durch den Hufschlag eines Pferdes tödlich. Am 26. Juli 1903 wurde der bisherige stellvertretende Hauptmann Heinrich Hahn zum zweiten Hauptmann gewählt, sein Stellvertreter wurde Wilhelm Thiele.

 

1911

Am 26. August 1911 erscholl zum ersten Mal der Feuerruf. Es brannte die Scheune des Kameraden H. Busse. Hier mußte die Wehr ihre erste Bewährungsprobe bestehen. Die Wehren von Ruthe und Jeinsen wurden ebenfalls alarmiert und trafen nach einer viertel bzw. halben Stunde am Brandherd ein.

 

1914 bis 1918

In den Jahren des ersten Weltkrieges von 1914–1918 fand kein regelmäßiger Dienst statt, da viele Kameraden am Feldzug teilnahmen. In der Korpsversammlung im November 1914 wurde beschlossen, jedem Kameraden, der das Weihnachtsfest im Feld erleben muß, als Liebesgabe 25 Zigarren auf Kosten der Kasse zu schicken.

 

1927

Am 22. und 23. Mai 1927 wurde das 25-jährige Bestehen gefeiert. Aus diesem Anlaß stellte sich die gesamte Wehr auf Kleuker’s Hof dem Fotografen.

25 Jahre Feuerwehr Schliekum

25 Jahre Feuerwehr Schliekum

3. Reihe: A. Lohe, W. Rohlfs, H. Busche, H. Struß, H. Gehrke, K. Klünder, H. Hahne, H. Selle, H. Mensing, E. Falk
2. Reihe: Ch. Gehrke, K. Selle, A. Heidorn, H. Struß, R. Busse, W. Selle, Pohlandt, A. Thiele
1. Reihe: Ch. Ewald, A. Ewald, E. Gehrke, H. Rohlfs, W. Kramer, E. Bleyer, E. Tegtmeier, F. Hanisch, K. Weber
sitzend: A. Klünder, K. Stenzig, H. Beisse, E. v.Storren, W. Thiele, H. Hahn, H. Struck, C. Bergmann, F. Bode, K. Büsse
knieend: H. Struck, A. Busse, E. Müller, K. Selle

Aus den umliegenden Ortschaften waren die Feuerwehren angerückt, um am Fest und am Umzug teilzunehmen. Eine alte Handdruckspritze wurde im Umzug mitgeführt.

Handdruckspritze

Handdruckspritze

1928

Zur Jahresversammlung am 22. April 1928 stellte sich das alte Kommando aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Als dritter Hauptmann wurde Wilhelm Selle einstimmig gewählt. Sein Stellvertreter wurde Rudolf Busse. Unter der Leitung von Wilhelm Selle, der als ehemaliger Berufssoldat das Exerzieren noch konnte, als Unterkreisführer tätig war und das Amt des Kreisexerziermeisters inne hatte, kam neuer Schwung in die Wehr. Am 19. April 1932 stellte Rudolf Busse seinen Posten als stellvertretender Hauptmann aus geschäftlichen Gründen zur Verfügung. Als neuen Stellvertreter wählte die Wehr Waldemar Brandau.

 

1932

Am 5. Juni 1932 war wieder ein großer Tag für die Feuerwehr in Schliekum. Aus Anlaß des 30-jährigen Bestehens tagte der achte ordentliche Verbandstag des Feuerwehrverbandes des Kreises Springe in Schliekum. Im Anschluß an den offiziellen Teil, der den ganzen Vormittag dauerte, wurde von der Schliekumer Wehr „eine Übung gezeigt, die von gutem Geist, kameradschaftlicher Einigkeit und hervorragendem Können zeugte, was von einer Wehr eines solch kleinen Ortes kaum zu erwarten gewesen wäre. Die Wehr Schliekum darf größeren Wehren getrost als Vorbild hingestellt werden“. So die Tageszeitung vom 5. Juni 1932.

Am Nachmittag kam der Frohsinn auch zu seinem Recht. Die aus nah und fern angereisten Freiwilligen Feuerwehren sammelten sich zu einem langen Festzug, der durch das festlich geschmückte Schliekum zum Festzelt marschierte. Dort angekommen löste er sich auf und das Tanzbein wurde bis in die frühen Morgenstunden geschwungen.

Festumzug zum 30-jährigen Bestehen

Festumzug zum 30-jährigen Bestehen

Das Bild zeigt die Freiwillige Feuerwehr beim Umzug durch das festlich geschmückte Dorf. Auf dem Bild sind unter anderem zu sehen: W. Kramer, H. Struck, W. Selle, A. Busse, A. Heidorn, H. Struß, K. Klußmann, E. Falk, K. Büsse

 

1934

Die regelmäßigen Frühjahrs- und Herbstübungen des Feuerwehrverbandes, die in der damaligen Zeit abgehalten wurden, sahen beispielsweise so aus:

Frühjahrsübung am 22. April 1934

Um 14:15 Uhr wurde die Wehr alarmiert. Von 14:30 Uhr bis 15:00 Uhr Unterricht in den einzelnen Zügen. Um 15:00 Uhr Alarmmeldung aus Jeinsen: Großfeuer. Die Wehr rückt mit 20 Kameraden aus, der Rest der Wehr blieb als Dorfschutz zurück. Um 15:20 Uhr brach in den Stallungen von Robert Heinecke Feuer aus. Die Löscharbeiten führten die im Dorf gebliebenen Kameraden der Wehr durch. Das Feuer griff dennoch auf die Nebengebäude über, so daß die abgerückten Kameraden aus Jeinsen sofort zurückgerufen wurden. Die Bekämpfung des Feuers erfolgte mit zwei Rohrleitungen. Die Übung wurde von allen Beteiligten als gelungen beurteilt.

Diese Großübungen mußten natürlich unter den damaligen Umständen betrachtet werden. Die Spritze wurde von Pferden gezogen und die Benachrichtigung der Wehr war wesentlich aufwendiger und umständlicher als zur heutigen Zeit.

 

1939

Im Mai 1939 führte der Kreisfeuerwehrverband Springe, Gruppe Ost, den zu der Zeit geforderten Exerzierwettkampf in Pattensen durch. Angetreten waren 14 Wehren. Gewertet wurden: Uniform, Grundstellung, Richtung, Meldung, Wendungen, die sonstigen Exerzierübungen und zum Schluß der Vorbeimarsch. Von den erreichbaren 50 Punkten erreichte Schliekum 48 und belegte den ersten Platz.

 

1943

Am 9. Oktober 1943 – als der Großangriff auf Hannover zu Ende ging – war abermals Großfeuer in Schliekum. Um 9:30 Uhr brannte die Scheune des Landwirts Karl Weber. Die wenigen Feuerwehrmänner waren schnell zur Stelle und mit Hilfe der Frauen und anderen Dorfbewohnern konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Die Stunde war noch nicht um, als wieder ein Feuerruf erscholl. Es brannte die Scheune von Karl Selle. Beide Scheunen waren bis obenhin mit Erntevorräten gefüllt. Dem Umsichtigen und schnellen Eingreifen der Schliekumer Wehr sowie den alarmierten Nachbarwehren ist es gelungen, die Nachbargebäude vom Feuer zu verschonen.

In den letzten beiden Kriegsjahren waren fast keine aktiven Feuerwehrmänner in Schliekum, so dass der Feuerwehrdienst von Jungmädeln und Jungmannen durchgeführt wurde. Die Namen der Mädels sind: Elisabeth Busse, Herta Falk, Anneliese Gehrke, Ursula Gehrke, Renate Hirse, Helga Klünder, Hildegard Mensing, Elfriede Meyer, Liselotte Möller und Gisela Selle.

Die Hilfsbekleidung dieser Kameradinnen wurde nach Auflösung der Gruppe an diese verkauft, womit gleichzeitig das „Startkapital“ für den Neuanfang in der Kasse war.

 

1945

Am 1. Oktober 1945 wurde Alfred Ewald zum Ortsbrandmeister (vierter Hauptmann) gewählt, zum Stellvertreter Heinrich Scheibe. Beide wurden später durch die englische Militärregierung bestätigt. Bedingt durch die Kriegsjahre traten beide ein schweres Amt an. Die Ausrüstungsgegenstände waren veraltet und die Handdruckspritze ebenfalls durch ihr Alter gekennzeichnet. Ferner waren viele Kameraden im Krieg gefallen. Ein erfreulicher Lichtblick: Es traten der Wehr acht junge Männer bei, die den Dienst übernehmen wollten.

 

1947

Am 18. Januar 1947 brannten die Scheune und der Stall des Landwirtes August Busse. Da die Schliekumer Feuerwehr einsehen musste, daß sie hier allein überfordert war, wurden auch die Wehren aus Ruthe und Sarstedt alarmiert. Beide trafen nach ca. einer halben Stunde ein, so dass es gelang, das Feuer auf besagte Gebäude zu beschränken. Bei diesem Brand stellte sich heraus, daß sehr viele Schläuche veraltet und spröde waren. Durch Bemühungen des Ortsbrandmeisters wurden für 180 m schadhaften Schlauch 225 m neuer Schlauch beschafft. Eine ziehbare Schlauchhaspel wurde ebenfalls angeschafft.

In dem strengen Winter 1946/47 musste die Wehr zu einem Katastropheneinsatz ausrücken. Es bestand Gefahr, dass die Brücke durch die Hochwasser führende Leine und das berstende Eis fortgerissen wurde. Mit einem zu Hilfe eilenden Sprengkommando und den Kameraden der hiesigen Wehr wurden die dicken Eisschollen gesprengt und in kleineren Stücken unter der Brücke hindurchgeleitet.

Im November 1947 wurde von der Feuerwehrschule in Celle eine Motorspritze mit Anhänger und Vollgummibereiften Rädern erworben, von der Stadt Hannover eine Sirene. Das Geld für die Neuanschaffungen wurde zum Teil durch eine Tombola beim Wintervergnügen aufgebracht. Die Preise für die Tombola wurden von den Feuerwehrkameraden gestiftet.

 

Unimog mit Motorspritzenanhänger 1947

Unimog mit Motorspritzenanhänger 1947

1951

Am 25. Januar 1951 wurde Heinrich Scheibe zum neuen Ortsbrandmeister gewählt, sein Stellvertreter wurde Heinrich Rohlfs. Im Herbst des gleichen Jahres musste die Wehr zehn Kameraden für die Hochzeitsfeierlichkeiten für „Seine Königliche Hoheit Prinz Ernst-August von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg“ auf der Marienburg abstellen.

1952

Am 8. und 9. Juli 1952 wurde das 50-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr in Kleuker’s Scheune gefeiert.

 

50 Jahre Feuerwehr Schliekum

50 Jahre Feuerwehr Schliekum

2. Reihe: G. Käse, W. Brandau, A. Thiele, F. Weber, A. Hanisch, E. Hoffmann, G. Meyer, F. Froböse, R. Tilgner, R. Heinecke, A. Ehlers, H. Brandau, F. Kreipe, G. Scheibe
1. Reihe: A. Thiele, K. Kollmann, K. Weber, A. Lohe, F. Lorberg, K. Klußmann, F. Gremmler, J. Gremmler, H. Falk, H. Rohlfs, O. Schulze, H. Scheibe, K. Selle, A. Ewald, H. Scheibe, K. Büsse, R. Kleuker, A. Busse, F. Pohlandt, E. Voss
sitzend: K. Klußmann, H. Rühmkorf, H. Rohlfs, H. Gehrke, A. Heidorn, W. Selle, A. Ehlers, R. Busse, H. Busche, E. v.Storren, E. Bleyer, H. Falk

 

Bei den Wettkämpfen des Unterkreises sieben anläßlich des Jubiläums belegte die Wehr Schliekum den zweiten Platz. Die erfolgreiche Gruppe ist zur Meldung angetreten.

 

Gruppe Feuerwehr Schliekum 1952

Gruppe Feuerwehr Schliekum 1952

H. Rohlfs, J. Gremmler, H. Scheibe, H. Brandau, G. Scheibe, K. Klußmann, K. Büsse, K. Selle, R. Tilgner, H. Falk, L. Heisler

 

Am Sonntagnachmittag versammelten sich alle Feuerwehrkameraden aus der näheren und weiteren Umgebung sowie alle anderen Vereine des Dorfes zu einem langen Festzug.

 

Festumzug zum 50-jährigen Bestehen

Festumzug zum 50-jährigen Bestehen

H. Findling, A. Ewald, H. Brandau, J. Gremmler, A. Ehlers, H. Ehlers, G. Meyer, K. Büsse, verdeckt R. Heinecke, K. Klußmann

 

Auf dem Dorfplatz vor dem Bürgermeisteramt wurden die Festreden gehalten, und die noch lebenden Gründer der Wehr sowie die Kameraden für langjährige Dienstbeteiligung geehrt. Eine besondere Ehrung wurde Willi Selle zuteil. Er wurde zum Ehrenhauptbrandmeister der Kreisfeuerwehr Springe befördert. Im Anschluss an diesen Aufenthalt ging es die letzte Strecke mit Marschmusik weiter, unter Girlanden und Ehrenpforten hindurch bis zur festlich geschmückten Scheune, wo der Festwirt Rudolf Busse aufs Beste für das leibliche Wohl gesorgt hatte. Getanzt wurde bis in den frühen Morgen. Viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht, da um 11:00 Uhr bereits das Katerfrühstück anstand. Um 14:00 Uhr versammelte man sich wieder für den Festzug. Im Anschluss daran folgte der Tanz für die Kinder, abends wieder Tanz für die Erwachsenen. In fröhlicher Eintracht klang das Fest in den frühen Morgenstunden aus.

 

1956

Zur Jahreshauptversammlung am 28. Januar 1956 wurde durch den Gemeindedirektor August Süßmann eine neue Motorspritze TS 8/8 an die Wehr übergeben. Die alte Spritze brachte nicht mehr die notwendige Leistung.

Am 7. Juli 1956 um 0:30 Uhr ertönte die Sirene. Die Scheune von Heinrich Eicke stand in Flammen. Zehn Minuten später konnte die Hydrantengruppe bereits aus drei Strahlrohren Wasser geben. Da die Scheune bis unter das Dach mit ungedroschenem Getreide gefüllt war, hatte das Feuer genügend Nahrung. Es wurde der gesamte Unterkreis und die Wehren von Sarstedt und Giften alarmiert, da Wind aufkam und Funkenflug weitere Wohngebiete und Scheunen bedrohte. Aus neun Rohren wurde Wasser gegeben, so daß der Brand gegen 3:00 Uhr unter Kontrolle war. Schliekums Wehr stellte die Brandwache, die anderen Wehren konnten in ihre Standorte zurückkehren.

 

1958

Am 11. Januar 1958 übernahm Heinrich Rohlfs die Feuerwehr als Ortsbrandmeister. Als Stellvertreter wurde Karl Selle gewählt. Am 12. Oktober 1958 wurde unter seiner Führung ein Löschangriff mit Wasserförderung über lange Wegestrecken des Unterkreises sechs der Kreisfeuerwehr Springe durchgeführt. Als Angriffsziel diente das „Drei-Scheunen-Eck“, Lorberg, von Storren, Brandau. Nach Beendigung der Übung waren alle Verantwortlichen vom Ortsbrandmeister über Unterkreisbrandmeister, Kreisbrandmeister bis zum Kreishauptbrandmeister mit den gezeigten Leistungen vollauf zufrieden und sprachen anerkennende Worte aus.

Das alte Gerätehaus (Grundstück Schliekumer Straße 13) wurde im Laufe der Jahre immer baufälliger. Feuchtigkeit und Nässe drangen mehr und mehr durch die Fugen. Notwendige kleinere Reparaturen wurden zwar durchgeführt, brachten aber nicht den gewünschten Erfolg. Die untergestellten Geräte und Schläuche litten sehr darunter. Unter diesen Umständen litt natürlich auch die Dienstbeteiligung.

Altes Feuerwehrhaus Schliekum

Altes Feuerwehrhaus Schliekum

 

1960

Bei den kleinen Reparaturen blieb es nicht. Es musste an einen Umbau oder an einen Neubau gedacht werden. Als im Jahre 1960 der Plan vom Bau eines Dorfgemeinschaftshauses anstand, wurde von der Feuerwehr der Antrag gestellt, einen Geräteraum mit in den Neubau einzuplanen. Dieses wurde vom Gemeindedirektor auch zugesagt. Nachdem die Entwürfe und Zeichnungen des Dorfgemeinschaftshauses fertig waren, stellte sich heraus, daß ein Gerätehaus für die Feuerwehr architektonisch nicht zu der gesamten Anlage passte. Dieses war natürlich deprimierend für die Kameraden der Feuerwehr. So mußten die Schläuche und Geräte weiterhin im alten Haus lagern.

 

1964

Zur Jahreshauptversammlung am 18. Januar 1964 trat August Ehlers auf eigenen Wunsch vom Amt des Schriftführers, das er seit dem 6. Januar 1949 ausübte, zurück.

 

1967

Da nun endgültig feststand, dass im Dorfgemeinschaftshaus kein Geräteraum vorgesehen war, stand das Thema „Neubau eines Gerätehauses“ immer wieder auf der Tagesordnung der alljährlichen Versammlungen. Bei der Jahreshauptversammlung am 11. Februar 1967 wurde schließlich beschlossen, den Antrag an die Gemeinde zu stellen, ein Gerätehaus zu bauen und ein Fahrzeug anzuschaffen. Durch den Neubau und mit der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs würde die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Schliekumer Feuerwehr wieder garantiert. Insgeheim erhoffte man sich natürlich auch eine bessere Dienstbeteiligung.

 

1969

In den folgenden Versammlungen wurde immer wieder über das Gerätehaus diskutiert. Fragen der Größe, des Standortes und vor allen Dingen der Finanzierung standen an. Dass es hier nun endlich vorwärts ging, ist Ortsbrandmeister Heinrich Rohlfs zu verdanken, der zu dieser Zeit auch Gemeindedirektor in Schliekum war. Aber auch vom Verwaltungsrat hatte er volle Unterstützung, in erster Linie durch Walter Müller sen.

Am 2. Mai 1969 war es endlich soweit. Der Grundstein zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses wurde vom Ortsbrandmeister gelegt. Er betonte noch einmal, dass die Finanzierung gesichert sei und das Geld für die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges gespart werden könne, wenn jeder Aktive selbst mit Hand anlege. Mit einem kräftigen Schluck auf den Grundstein und einer kleinen Feier wurde das Ereignis begossen.

 

1971

Am 22. Mai 1971 wurde das seit Jahren geplante und durch viel Eigenleistung erbaute Feuerwehrgerätehaus in Gegenwart des Kreisbrandmeisters Knief, des ehemaligen Kreisbrandmeisters Bienert, des Unterkreisbrandmeisters Birnbaum und anderer geladener Gäste seiner Bestimmung übergeben. Die Feuerwehrkapelle Rössing gab dem Ganzen durch ihre flotten Weisen einen festlichen Rahmen. Das beim Bau durch erbrachte Eigenleistung eingesparte Geld (immerhin 18.300 DM) wurde wie versprochen für die Finanzierung des neuen Fahrzeuges verwendet, betonte der Ortsbrandmeister und Gemeindedirektor in Personalunion Heinrich Rohlfs bei seiner kurzen Festansprache. Mit einem Kameradschaftsabend klang der ereignisreiche Tag aus.

1971 bis 1973

Nachdem das neue Gerätehaus fertig war, sollte natürlich auch ein neues Fahrzeug seine Unterkunft darin finden. Es wurde in der folgenden Zeit in den entsprechenden Gremien diskutiert. Vom Kommando der Feuerwehr wurde beschlossen, der Gemeinde vorzuschlagen, sie möge ein LF 8 beantragen. Die Gemeinde hingegen wollte nur ein TSF genehmigen. Grundsätzlich wurde vom Gemeinderat am 23. November 1971 beschlossen, dass im Jahr 1972 ein Fahrzeug gekauft werden soll. Am 2. März 1972 wurde vom Kommando der Feuerwehr offiziell der Antrag an den Gemeinderat gestellt – nachdem die verschiedensten Fahrzeuge vorgeführt worden waren – das am besten verarbeitete und für unseren Ort geeignetste Fahrzeug, ein LF 8 der Firma Ziegler auf Opel Blitz Fahrgestell mit Seitenbeladung zum Preis von 40.314 DM zu kaufen. Am 7. März 1972 beschloss der Gemeinderat – entsprechend dem Antrag der Freiwilligen Feuerwehr – ein LF 8 zu kaufen. Am 8. und 9. Februar 1973 wurde das Fahrzeug von der Firma Ziegler nach Elze überführt. Am 17. Februar 1973 wurde es unter den Klängen der Feuerwehrkapelle Rössing von der Ortsgrenze bei Kleuker’s Hof zu seinem neuen Standort im Gerätehaus von den Kameraden der Wehr abgeholt und den Bürgern von Schliekum vorgestellt.

 

Übergabe LF 8

Übergabe LF 8

 

Bei der anschließenden Schlüsselübergabe vor dem Gerätehaus wurde allen Stellen, die an der Finanzierung beteiligt waren, gedankt. Unterkreisbrandmeister Abelmann stellte in seinen kurzen Worten fest, dass nun auch die letzte Wehr in seinem Unterkreis motorisiert sei. Aus Anlass dieses zweiten großen Ereignisses in kurzer Zeit wurden die anwesenden Kameraden und die Ehrengäste zu einem kleinen Imbiss in das angrenzende Dorfgemeinschaftshaus geladen.

Die Realisierung beider Projekte – Gerätehaus und Fahrzeug – wäre ohne Heinrich Rohlfs nicht denkbar. Hat er es doch möglich gemacht, den Gemeinderat von der Notwendigkeit dieser Anschaffungen zu überzeugen. Wenn es auch nicht immer leicht für ihn war, als Ortsbrandmeister für seine Feuerwehrkameraden zu fordern, als Gemeindedirektor an die Finanzlage zu denken und nein zu sagen, so entschied er doch immer richtig – zum Wohle der Allgemeinheit. Die vor dem Neubau des Gerätehauses und dem Kauf des Fahrzeuges gehegten Hoffnungen auf eine bessere Dienstbeteiligung erfüllten sich. Zu den regelmäßigen Dienst- bzw. Übungsabenden fanden sich immer genügend Kameraden ein. Einen Auftrieb gab es vor allen Dingen bei den Jugendlichen, die der Wehr beitraten.

 

Übungsdienst an der Leinebrücke

Übungsdienst an der Leinebrücke

L. Heisler, D. Meyer, G. Lehmann, J. Gremmler,
R. Hanisch, F. Bullach, F. Rohlfs, W. Mertens, K. Appel

 

Auf dem Bild sind anlässlich eines Feuerwehrfestes in Jeinsen ein Großteil der neu hinzugekommenen Jugendlichen zu sehen.

 

Feuerwehrfest Jeinsen

Feuerwehrfest Jeinsen

H.-J. Brinkmann, H. Brandau, K. Selle, K. Klußmann, D. Meyer, S. Struß, H. Struß, H. Falk, R. Heinecke, E. Voß, E. Langner, G. Lehmann, A. Bleyer, R. Kleuker, J. Gremmler, L. Heisler, E. Struß

 

1974

Bevor die Gebietsreform im Jahre 1974 in Kraft trat, waren beide Projekte schuldenfrei. Mit der Gebietsreform musste sich auch die Freiwillige Feuerwehr von den alten Kameraden im Kreis Springe verabschieden. Die Feuerwehr heißt nun

„Freiwillige Feuerwehr Sarstedt, Ortsfeuerwehr Schliekum“

Neue Freundschaften im Kreis Hildesheim wurden geschlossen. Das Fahrzeug wurde mit den noch fehlenden Ausrüstungsgeräten durch die Stadt Sarstedt ausgestattet, ebenso ein Funkgerät eingebaut.

 

1975

Im Juni des Jahres 1975 tobten über der Stadt Sarstedt und den Ortsteilen schwere Sommergewitter. Die Wehr wurde zum Auspumpen mehrerer Keller nach Sarstedt gerufen, obwohl auch in Schliekum einige Keller voll Wasser gelaufen waren. Die Wehr war noch im Einsatz, da schlug ein Blitz in das Haus der Familie Förster ein und setzte es in Brand. Da die Schliekumer Wehr aufgrund schlechter Funkverbindung nicht zu erreichen war, wurde das Feuer durch die Sarstedter Wehr gelöscht.

Am 4. Dezember 1975 wurde Dieter Meyer zum neuen Ortsbrandmeister gewählt, Stellvertreter blieb Karl Selle. Auf Vorschlag des Kommandos wurde Heinrich Rohlfs einstimmig zum Ehrenortsbrandmeister in Uniform ernannt. Der anwesende Kreisbrandmeister Rühmkorf bedankte sich bei Heinrich Rohlfs für die geleistete Arbeit und betonte, er sei der einzige Ortsbrandmeister im Kreis Hildesheim, der nach 18-jähriger Tätigkeit einem Nachfolger Platz gemacht hätte. Hierfür sprach er seinen ganz besonderen Dank aus.

 

1976

In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai 1976 wurde die Feuerwehr alarmiert. Die Umkleidebaracke der TuSpo Schliekum auf dem Sportplatz stand in Flammen. Leider konnte hier kaum eingegriffen werden, da kein Löschwasser zur Verfügung stand. Für einen Aufbau der Wasserversorgung aus dem nächsten Hydranten vom Dorf hätte der Druck nicht ausgereicht. So standen die Kameraden davor und mussten zusehen, wie das Haus in Flammen aufging.

 

1977

Am 2. April 1977 beging die Freiwillige Feuerwehr ihren 75. Geburtstag. Schon Wochen und Monate vorher wurde das Gerätehaus renoviert. Es wurde ausgebessert, gestrichen, neue Regale gebaut, gefegt, gewischt, das Fahrzeug poliert und vieles mehr.

Hierfür gilt ganz besonders den Kameraden, die durch ihre tatkräftige Unterstützung geholfen haben, ein besonderer Dank. Als um 14:00 Uhr die Tore des Gerätehauses zum „Tag der offenen Tür“ geöffnet wurden, erstrahlte alles in frischem Glanz. Gegen Abend, als die offiziellen Gäste eintrafen, begab man sich in das Dorfgemeinschaftshaus. Neben den Festreden der Gäste wurden verdiente Kameraden geehrt und befördert. Anschließend wurde ein kaltes Buffet aufgetragen, das von den Frauen einiger Kameraden mit viel Liebe hergerichtet worden war. Mit einigen Gläsern Bier und Korn klang der Geburtstag aus.

 

75 Jahre Ortsfeuerwehr Schliekum

75 Jahre Ortsfeuerwehr Schliekum

4. Reihe: M. Willig, K.-D. Fröhlich, F. Rohlfs, W. Langner, E.-A. Bleyer, W. Weber, E. Struß, E. Langner
3. Reihe: R. Haschke, W. Müller, R. Kleuker, M. Schulze, H. Falk, R. Quinte, E. Steinchen, F. Bullach, G. Heisler, H.-H. Brandes, E. Voß, F. Weber, K.-D. Appel, K.-H. Zimmermann, V. Wonschik
2. Reihe: F. Wichmann, J. v. Storren, E. Munk, F. Froböse, R. Hanisch, R. Heinecke, G. Lehmann, L. Heisler, J. Gremmler, K. Klußmann, F. Lorberg, H. Fricke, H. Scheibe, K. Keitel
1. Reihe: A. Stenzig, P. Kerski, H. Gellert, W. Mertens, B. Brandau, G. Scheibe, H. Rohlfs, D. Meyer, K. Selle, H.-J. Brinkmann, P. Hilger, H. Brandau, A. Thiele, W. Bauermeister, G. Wehner
sitzend: R. Kluge, A. Hanisch, K. Büsse, E. Hoffmann, F. Froböse, O. Schulze, H. Klünder, E. Falk, R. Tilgner, G. Meyer, A. Ehlers, A. Ewald

 

Die Festwoche zum 75-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Schliekum im April 1977 fand in der Zeit vom 13. bis 21. August 1977 statt. Sie begann mit einem Spiel ohne Grenzen und endete mit weiteren Aktivitäten. Am Freitag, nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal, begann im Festzelt der Festkommers. Nach dem Kindernachmittag am Samstag und dem Tanz bis in die frühen Morgenstunden wurde das Dorf und seine Bewohner durch den Sarstedter Spielmannszug geweckt. Am Festumzug durch das festlich geschmückte Dorf am Nachmittag nahmen außer den örtlichen Vereinen 14 befreundete Wehren, zwei Kapellen und der Spielmannszug der Sarstedter Schützen teil.

 

1979

Am 7. August 1979 wurden alle Feuerwehren der Stadt Sarstedt zu einem Großbrand alarmiert. Das Chemiewerk Hahnerol in der Nähe des Sarstedter Bahnhofs stand in Flammen. Die Löscharbeiten gestalteten sich hier außerordentlich schwierig, da zu Beginn keiner genau Auskunft geben konnte, welche Chemikalien brannten. Außerdem musste das Dach der Firma aufgerissen werden, um an den eigentlichen Brandherd heranzukommen.

Fing das Jahr 1979 mit einem Großbrand in Sarstedt an, so musste die Schliekumer Wehr am 30. November selbst die Nachbarwehren aus Giften und Ruthe in Anspruch nehmen. Der Dachstuhl des Wohnhauses von Heinrich Selle auf dem Schare stand in hellen Flammen. Kurz nach der Alarmierung durch die Sirene konnte bereits Wasser vom Hydranten gegeben werden. Die Wehren aus Giften und Ruthe stellten die Verbindung von der Leine her, so dass auch von dort Wasser zur Verfügung stand. Aus mehreren Strahlrohren konnte nun der Brand bekämpft werden, aber der Brandschaden war so groß, daß das Haus später abgerissen werden musste.

 

1980

Im Frühjahr 1980 wurde die Leinebrücke in Schliekum mit einer neuen Fahrbahn versehen, außerdem wurden einige Pfeiler und die Eisabweiser neu installiert. Bei diesen Arbeiten geriet am 24. April 1980 einer der Arbeiter in die Leine. Die Schliekumer Wehr wurde alarmiert, um zu helfen. Da die Leine zum besagten Zeitpunkt Hochwasser führte und die Strömung sehr stark war, bestand keine Chance auf Rettung des Mannes. So beschränkte sich die Feuerwehr auf das Absuchen des Leineufers. Nach einigen Wochen wurde der Ertrunkene dann in Hannover-Döhren an einem Stauwehr gefunden.

Erst knapp sieben Jahre nach der Anschaffung im Jahre 1973 wurde das Fahrzeug mit „Schweren Atemschutzgeräten“ ausgerüstet. Das bedeutete natürlich für die betroffenen Kameraden eine neue Herausforderung. Sie mussten die nötigen Untersuchungen über sich ergehen lassen und die notwendigen Lehrgänge absolvieren. Neben guter Gesundheit durften sie keine Angstgefühle beim Tragen des Gerätes haben und mussten völlig sicher im Umgang damit sein. Nur wer diese Voraussetzungen erfüllte, konnte anderen in der Not helfen.

 

1981

Im Juni, zum Pfingstfest 1981, trat nach tagelangem Regen das Wasser der Leine über die Ufer. Die Leinebrücke musste beobachtet werden, da das auf der Leine schwimmende Treibgut die Durchlässe zu verstopfen drohte und die Brücke somit hätte in Mitleidenschaft gezogen werden können. Außerdem baten die Bewohner der an der Leine gelegenen Häuser die Feuerwehrkameraden, ihnen zu helfen. Das Wasser stand nicht nur in ihren Kellern sondern auch bis weit in die Tiefe Strasse hinein.

 

Hochwasser 1981

Hochwasser 1981

 

Der eintönige Dienst wurde unterbrochen, als sich ein Fisch in die Tiefe Straße verirrte. Er wurde gejagt, gefangen und an Ort und Stelle fachmännisch getötet. In der Absicht, nach getaner Arbeit und zu gegebener Zeit ein Festessen zu organisieren, wurde der Fisch eingefroren. Als das Festmahl vorbereitet werden sollte, stellte man fest, dass einiges verkehrt gelaufen war. So hatte man nicht daran gedacht, den Fisch noch einige Tage im frischen Wasser schwimmen zu lassen, um den Modergeruch des Leinewassers abzulegen. Der Fisch stank erbärmlich und konnte nicht mehr verzehrt werden. Das entgangene Festmahl ließen sich die Katzen von F. Marheineke schmecken.

 

1982

Aus Anlass des 80-jährigen Bestehens der Wehr wurde am 24. April 1982 ein „Tag der offenen Tür“ durchgeführt. Es begann mit der Alarmierung über die Sirenen und einer darauffolgenden Einsatzübung, an der alle Ortsfeuerwehren der Stadt Sarstedt mit ihren Fahrzeugen teilnahmen. Im Anschluss daran konnte der praktische und richtige Umgang mit dem Feuerlöscher von Jedermann geübt werden. Die Gelegenheit, alle an der Übung beteiligten Fahrzeuge zu besichtigen, wurde durch die Bevölkerung rege wahrgenommen. Zum Abschluss des Tages zeigte die Jugendfeuerwehr Ruthe in einer Einsatzübung ihr Können. Die Zuschauer konnten an diesem Tage einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr nehmen. Zum Festkommers am 7. Mai und der Kranzniederlegung spielte die Feuerwehrkapelle aus Engensen. Sämtliche Vertreter der Vereine des Ortes sowie das gesamte Stadtkommando waren anwesend. Der Kameradschaftsabend fand am 8. Mai 1982 in der Gaststätte Lorberg statt. Hierzu waren alle Mitglieder mit ihren Angehörigen eingeladen. Die Tanzkapelle „Tornado’s“ spielte bis in die frühen Morgenstunden. Zum Katerfrühstück traf man sich bereits wieder, wenn auch etwas verschlafen. Das Fest, so wurde von allen Teilnehmern bestätigt, war ein voller Erfolg.

Am 18.Mai 1982 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Ortsfeuerwehr Schliekum die Jugendfeuerwehr gegründet.

 

1983

Anläßlich der Jahreshauptversammlung am 22. Januar 1983 stand eine besondere Übernahme in die Ortsfeuerwehr Schliekum bevor. Was aus einer Schnapsidee geboren wurde, ist Wirklichkeit geworden. Einige Kameraden bauten aus einem Unterteil eines Kinderwagens und aus Brettern einen Wagen bestückten ihn mit Lautsprechern und einem Radio. Die „Kapelle“ der Freiwilligen Feuerwehr Schliekum wurde in die Feuerwehr aufgenommen. Hierzu erhoben sich alle Kameraden von den Plätzen. Die Kapelle war und bleibt ein wichtiger Bestandteil bei Geburtstagen und sonstigen kleinen Feiern.

 

Feuerwehrkapelle Schliekum

Feuerwehrkapelle Schliekum

 

Da die Platzverhältnisse im Gerätehaus nicht mehr ausreichten, wurde im Jahr 1982 beschlossen, einen größeren Unterrichtsraum zu bauen. Am 10. März 1983 konnte der in Eigenleistung neu gestaltete Unterrichtsraum im Beisein von Stadtdirektor Heinz Bormann und Feuerwehrdezernent Fred Faubel nach einer Umbauzeit von ca. drei Monaten feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Als Dank für die vielen freiwillig geleisteten Stunden der Kameraden gab Heinz Bormann die Zusage, die noch fehlenden Geräte zu beschaffen.

 

1984

Am 26. September 1984 wurde die Ortsfeuerwehr gleich zweimal alarmiert. Nachmittags musste der durch britische Panzer auf der Straße an der Leine hinterlassene Dreck von der Fahrbahn entfernt werden, nachts mußte ein PKW aus der Leine geborgen werden. Was bei der Alarmierung jedoch keiner wusste, war die Tatsache, daß in dem PKW noch die Fahrerin eingeklemmt war. Die Bergung gestaltete sich außerordentlich schwierig, da das Auto bis zum Dach in den Fluten stand und die Strömung der Leine an dieser Stelle recht stark war. So kam für die Insassin jede Hilfe zu spät. Bei diesem Unfall wurde ein Soldat, der an einem Manöver der britischen Armee teilnahm, mit in den Tod gerissen, ein anderer konnte sich nur mit einem geistesgegenwärtigen Sprung zur Seite aus der Gefahrenzone retten und kam mit leichten Verletzungen davon.

 

1985

Am 28. Januar 1985 wurden die ersten Jugendfeuerwehrkameraden Peter Brede, Jens Büsse, Michael Klünder, Walter Scheibe, Eric Steinchen und Carsten Stenzig, die das achtzehnte Lebensjahr vollendet hatten und zu den Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr gehörten, in die aktive Wehr übernommen.

 

1987

Im November 1987 wurde dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Karl Selle bei der Feuerwehrverbandstagung im Hotel Berghölzchen in Hildesheim das „Feuerwehrehrenkreuz in Silber“ als Auszeichnung für besondere Verdienste im Feuerlöschwesen verliehen.

Am 10. November 1987 wurde Franz Marheineke zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt. Der bisherige stellvertretende Ortsbrandmeister Karl Selle trat aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an. Am 20. Februar 1988 wurde er nach 30-jähriger Tätigkeit als stellvertretender Ortsbrandmeister mit einem Ehrenteller von der Jahreshauptversammlung mit stehenden Ovationen verabschiedet. Ebenso wurde Günter Scheibe nach 6-jähriger Tätigkeit als Jugendfeuerwehrwart verabschiedet. Als Nachfolger wurde Rainer Hanisch gewählt. Bei der gleichen Versammlung verabschiedeten sich Stadtbrandmeister Walter Achilles und sein Stellvertreter Ernst-August Wilke. Der neu gewählte Stadtbrandmeister Rainer Will und sein Stellvertreter Rainer Glowienka stellten sich bei den Kameraden der Ortsfeuerwehr vor.

 

1988

In der Zeit vom 28. Mai bis 2. Juni 1988 fand in Hannover die Messe „Interschutz“ statt. Auf dieser Messe wurden die neuesten Geräte und Fahrzeuge des Feuerlöschwesens sowie neue Techniken vorgestellt. Neben vielen anderen waren auch Besucher aus Arnoldstein und Seebruck in Österreich nach Hannover gekommen. 12 Kameraden aus diesen Orten übernachteten für die Zeit ihres Aufenthaltes in Hannover bei Schliekumer Feuerwehrkameraden.

Ein Großbrand in Sarstedt rief auch die Schliekumer Wehr wieder auf den Plan. Am 22. Juli 1988 brannte die Firma Schröter und Bake im Gewerbegebiet am Teinkamp in der Wiedemannstraße. Die Kameraden wurden zum Aufbau der Wasserversorgung über lange Wegestrecken eingesetzt. Da einige Kameraden nicht wussten, dass an verschiedenen Stellen unter der Straße Rohre zum Unterqueren dieser und der Straßenbahnschienen verlegt worden waren, wurde von einem Kamerad die Straßenbahn angehalten mit der Weisung „Stop, hier geht nichts mehr, wir verlegen jetzt Schläuche über die Schienen“. Nach kurzer Zeit konnte das Missverständnis aufgeklärt werden und die Straßenbahn ihre Fahrt fortsetzen.

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre wurde seitens des Stadtkommandos vermehrt darauf gedrängt, dass die Schliekumer Wehr sich nicht mehr nur auf den vorbeugenden und aktiven Brandschutz einstellen muss, sondern, da die Transporte mit Gefahrgut auf den Straßen zunahmen, auch auf diesem Gebiet ausgebildet werden musste. Wurde diese Aufgabe bisher fast nur durch die Sarstedter Ortsfeuerwehr wahrgenommen, wurde fortan bei den Übungsdiensten vermehrt in diese Richtung ausgebildet.

 

1990

Im Dezember 1990 wurde auch für die Schliekumer Wehr (alle anderen Wehren im Stadtgebiet hatten sie schon) eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 angeschafft. Die alte war seit 1956 im Gebrauch, hatte somit über 30 Jahre ihren Dienst geleistet. So recht glücklich waren die Kameraden aber nicht, hatten sie doch von anderen Wehren gehört, daß die neue TS 8/8 einige Macken haben sollte. Alle trauerten der guten „Alten“ mit dem bewährten VW-Motor hinterher. Aber die Skepsis wich und man gewöhnte sich auch an die „Neue“ – trotz oder wegen ihrer Macken.

 

Übergabe TS 8/8

Übergabe TS 8/8

 

1991

Am 23. Februar 1991 war wieder ein denkwürdiger Tag im Leben der Freiwilligen Feuerwehr Schliekum. Es wurden erstmalig – abgesehen von den Jungmädels, die in den letzten beiden Kriegsjahren gezwungen waren, Dienst zu verrichten – drei Mädchen, nämlich Brigitte Hanisch, Astrid Huhn und Tanja Meyer aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen und zu Feuerwehranwärterinnen befördert. Drei weitere Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr, Gunnar Brinke, Lars Brinkmann und Sascha Kimmerle, wurden ebenfalls übernommen, vereidigt und zu Feuerwehranwärtern befördert.

 

Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr 1991

Übernahmen aus der Jugendfeuerwehr 1991

T. Meyer, L. Brinkmann, A. Huhn, S. Kimmerle, G. Brinke, B. Hanisch, Jugendfeuerwehrwart R. Hanisch

Der im Jahr 1983 eingeweihte Unterrichtsraum erwies sich bereits wieder als zu klein. Ebenso musste, da aus der Jugendfeuerwehr Mädchen in den aktiven Dienst übernommen wurden, eine Damentoilette eingebaut werden. So bekam die Wehr Ende des Jahres 1990 „Grünes Licht“ für den zweiten Bauabschnitt zur Erweiterung des Gerätehauses. Am 14. Mai 1991 konnte der Umbau des Gerätehauses durch den Stadtdirektor Karl-Heinz Wondratschek eingeweiht werden. Neben Stadtbrandmeister Rainer Will und seinem Stellvertreter Rainer Glowienka konnte Amtsleiter Klaus Grieschat, Ortsbürgermeister Hans-Henning Brandes, Ehrenortsbrandmeister Heinrich Rohlfs sowie alle aktiven Kameraden begrüßt werden. Für den Umbau mußte die Stadt Sarstedt einen Betrag von 45.000 DM zur Verfügung stellen. Diese gliederten sich in 33.000 DM Material und 12.000 DM Einrichtungsgegenstände auf. Die Umbauarbeiten wurden wieder in (ca. 930 Stunden) Eigenleistung durch die Schliekumer Feuerwehrkameraden erbracht und schlugen somit nicht zu Buche.

Aus den Dankesworten der einzelnen Redner ging hervor, daß im Schliekumer Gerätehaus einer der schönsten Unterrichtsräume der Stadt Sarstedt entstanden war. Zur Einweihung und als Dank für die ehrenamtliche Tätigkeit der Schliekumer Kameraden überbrachte Stadtbrandmeister Rainer Will im Auftrag des Stadtkommando’s der Schliekumer Wehr eine Glocke. Der Dank galt nicht nur den Kameraden selbst, sondern vor allen Dingen auch den Ehefrauen, die durch tatkräftige Unterstützung bei der Verpflegung der „Arbeiter“ geholfen hatten.

1992

Aus Anlass des 90-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr und dem 10-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Schliekum fand am 9. Mai 1992 ein ca. 10 Kilometer langer Orientierungsmarsch statt. Zu diesem Marsch hatten 35 Gruppen ihr Kommen zugesagt. Vom Gerätehaus aus ging es in die Umgebung von Schliekum. Der Weg führte an der Leine entlang über den „Weißen Berg“ und den „Hexenwald“ zur Leinebrücke in Jeinsen. Anschließend wurde der „Giftener See“ besucht, um dann über die „Strendhorst“ wieder in Richtung der Leinebrücke in Schliekum zu laufen. Von hier aus ging es zum „Hopfenberg“ in Ruthe und wieder zurück zum Ausgangspunkt am Gerätehaus in Schliekum. Das Auffinden einzelner Buchstaben und zusammensetzen zum Wort „Feuerzangenbowle“ wurde von allen Mannschaften mit Bravour erledigt. Alle Beteiligten waren von diesem Marsch begeistert. Dies lag sicher nicht nur an der sehr schönen Wegstrecke und den verschiedenen Spielen, sondern auch an dem herrlichen Wetter, das Petrus an diesem Tag beschert hatte.

 

90 Jahre Ortsfeuerwehr Schliekum

90 Jahre Ortsfeuerwehr Schliekum

5. Reihe: K. Brinke, K.-H. Othmer, F. Rohlfs, T. Meyer, L. Brinkmann, S. Kimmerle, R. Klußmann, H. Brandau, G. Bartels
4. Reihe: B. Ballosch, B. Frost, R. Klose, G. Brinke, P. Hilger, K. Hauck, E, Voß, R. Heinecke, R. Klußmann
3. Reihe: R. Hanisch, K.-H. Heisler, G. Lehmann, H.-J. Brinkmann, R. Klettke, L. Heisler, H.-J. Gregor, W. Ewald, B. Brandau
2. Reihe: A. Heinecke, K. Brinkmann, N. Brandau, V. Meyer, G. Scheibe, F.-H. Marheineke, D. Meyer, H.-H. Brandes, K. Selle, F. Lorberg, A. Thiele, R. Heisler, M. Othmer
1. Reihe: J. v. Storren, P. Schwiethal, W. Bierschwale, H. Ellbracht, P. Förster, E. Reibnitz, M. Schulze, H. Gellert, K. Büsse, A. Süßmann, M. Klatte, J. Gremmler, R. Quinte, H. Brinke, H. Töttger
sitzend: E. Munk, A. Menzel, F. Kreipe, H. Falk, A. Ewald, H. Rohlfs, A. Ehlers, A. Hanisch, K. Keitel, F. Froböse, H.-D. Rasch
knieend: Ch. Heisler, U. Algermissen, K. Rasch, H. Marheineke, C. Klose, S. Heinrich, T. Bartels, B. Langner, B. Marheineke, A. Rasch, S. Siwinski

 

Der Festkommers und der Festball aus Anlaß der beiden Jubiläen fand am 22. und 23. Mai 1992 im Dorfgemeinschaftshaus Schliekum statt.

 

Kranzniederlegung

Kranzniederlegung

 

Im Anschluss an die traditionelle Kranzniederlegung und Ehrung der gefallenen Kameraden am Ehrenmal konnte Ortsbrandmeister Dieter Meyer zum Festkommers neben den Vertretern von Politik und Gesellschaft auch Brandmeister aus dem damaligen Unterkreis sechs des ehemaligen Kreises Springe begrüßen. Der Samstagabend stand ganz im Zeichen der Blauröcke. Wieder war das Dorfgemeinschaftshaus bis auf den letzten Platz besetzt, als der Ortsbrandmeister das Fest eröffnete. Bei toller Musik wurde das Tanzbein bis in die frühen Morgenstunden geschwungen.

 

1994

Bei der Hauptversammlung am 26. Februar 1994 wurde Günter Scheibe nach 15 Jahren als Schriftführer aus dem aktiven Dienst verabschiedet zum Ehrenmitglied in Uniform ernannt und in die Altersabteilung übernommen.

Am 4. März 1994 wurde Ortsbrandmeister Dieter Meyer ebenfalls das „Feuerwehrehrenkreuz in Silber“ als Auszeichnung für besondere Verdienste im Feuerlöschwesen verliehen. Er ist damit der zweite Vertreter der Schliekumer Wehr, der diese Auszeichnung erhalten hat.

 

1995

Am 17. Februar 1995 schied der langjährige stellvertretende Ortsbrandmeister Karl Selle wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst aus, wurde zum Ehrenmitglied in Uniform ernannt und in die Altersabteilung aufgenommen.

Ende April 1995 wurde die Schliekumer Wehr alarmiert, um das Ufer der Leine nach einer vermissten Person abzusuchen. Man vermutete, daß diese Person in der Leine ertrunken war. Die Suche blieb jedoch erfolglos. Erst am 10. Mai 1995 wurde eine Leiche unterhalb von Schliekum gefunden. Es stellte sich heraus, daß es sich um die seit April vermisste Person handelte. Die Schliekumer und die Sarstedter Wehr wurden alarmiert, um diese zu bergen.

Im August 1995 wurde durch das Stadtkommando der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Sarstedt ein Plan erstellt, der die monatliche Aufteilung der sogenannten Wespeneinsätze des gesamten Stadtgebietes auf die Ortsfeuerwehren mit Ausnahme der Ortsfeuerwehr Sarstedt regelt. Bei diesen Einsätzen geht es darum, den Bürgern der Kernstadt und der Ortsteile bei Wespennestern, die aufgrund ihrer Lage eine Gefahr für den Menschen darstellen mit den entsprechenden Mitteln hilfreich zur Seite zu stehen.

 

1996

Am 16. Februar 1996 trat Friedrich Rohlfs aus zeitlichen Gründen vom Amt des stellv. Jugendfeuerwehrwartes zurück, Lars Brinkmann wurde neuer stellv. Jugendfeuerwehrwart.

Da die Platzverhältnisse im Gerätehaus sehr beengt waren, wurde bei einer Kommandositzung am 21. November 1996 erstmals über eine Aufstockung mit einem Spitzdach nachgedacht. Man konnte sich vorstellen, den Unterrichtsraum nach oben zu verlegen, um für die immer mehr werdenden Geräte und Materialien Platz zu schaffen.

 

1997

Bei der Jahreshauptversammlung am 7. Februar 1997 gab Rainer Hanisch aus zeitlichen Gründen das Amt des Jugendfeuerwehrwartes nach neun Jahren ab. Lars Brinkmann wurde Jugendfeuerwehrwart, sein Stellvertreter wurde Kai Brinkmann.

 

1998

Am 16. Februar 1998 heulten morgens um 10:05 Uhr aufgrund eines Großbrandes in Schliekum die Sirenen. Die Scheune von Karl Brinke stand in Flammen. Beim Eintreffen der wenigen Schliekumer Feuerwehrkameraden musste der Einsatzleiter feststellen, dass die eigenen Kräfte für die Brandbekämpfung nicht ausreichten. So wurden die Wehren aus dem gesamten Stadtbereich alarmiert. Da zur Brandbekämpfung das Wasser aus den Hydranten nur für den ersten Einsatz ausreichte, mußte eine Wasserversorgung von der Leine her aufgebaut werden. Durch den starken Westwind gefährdete der Funkenflug aber auch die benachbarten Wohnhäuser und Scheunen. So mussten einige Kameraden abgezogen werden, um auf den Böden dieser Häuser Wache zu halten. Die Scheune brannte zum Teil bis auf die Grundmauern nieder, so dass nur noch der Abriss blieb. Bei den angrenzenden Gehöften entstand bis auf kleinere Brandschäden kein weiterer Schaden.

 

Nachlöscharbeiten Scheunenbrand

Nachlöscharbeiten Scheunenbrand

 

Im Zuge der Erneuerung des Fahrzeugparks der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Sarstedt war auch für das Schliekumer Fahrzeug eine Ersatzbeschaffung vorgesehen. Das Fahrzeug hatte trotz seines Alters von über 25 Jahren Dank der guten Pflege der verschiedensten Gerätewarte kaum wesentliche Schäden, so dass es die TÜV-Abnahme sicher noch einmal bestanden hätte. Die technische Ausrüstung hielt aber den Anforderungen nicht mehr stand. Nun musste daran gegangen werden, die Finanzierung zu sichern. Zur Jahreshauptversammlung am 20. Februar 1998 gab der Feuerwehrdezernent der Stadt Sarstedt Klaus Grieschat bekannt, dass aus der Feuerschutzsteuer 120.000 DM für die Anschaffung eines Fahrzeuges LF 8/6 zur Verfügung gestellt werden. Durch die Stadt Sarstedt wurden 98.000 DM sowie 4.000 DM für das Stromaggregat zur Verfügung gestellt. Somit war die Kaufsumme von 212.000 DM gesichert. Voraussetzung für den Zuschuss des Landkreises Hildesheim war ein überörtlicher Einsatz der Ortsfeuerwehr Schliekum. Daraufhin wurde der 3. Zug der Stadtfeuerwehr Sarstedt (Giften, Ruthe und Schliekum) als Dekontaminationseinheit in den Gefahrgutzug Nord 1 eingebunden. Wäre die Zustimmung dazu verweigert worden, hätten die Gelder nur für ein TSF als Ersatzbeschaffung gereicht. Nun waren da aber noch die Wünsche der Ortsfeuerwehr. Es sollte für die Ausleuchtung von Unfall- oder Brandstellen eine Einsatzstellenbeleuchtung installiert werden. Damit erhöhte sich die Kaufsumme auf ca. 214.000 DM. Da diese Ausgaben nicht in der Planung vorgesehen waren, entschloss sich das Kommando der Feuerwehr Schliekum, die Kosten für dieses Sonderzubehör selbst zu finanzieren.

Da die Schliekumer Wehr mit in den Plan der Gefahrgutabwehr aufgenommen worden war, wurden im Herbst 1998 erstmals von der Feuerwehr Sarstedt zwei Chemiekalienschutzanzüge (CSA) ausgeliehen, um den Umgang damit zu üben. Für die Ortsfeuerwehr Schliekum wurden zwei neue CSA von der Stadt Sarstedt beschafft. Die Arbeit in diesen Schutzanzügen erfordert eine außerordentliche Kondition und eine gewisse Überwindung, da die Träger von der Außenwelt vollkommen abgeschnitten, nur über Sprechfunk zu erreichen und auf die mitgeführte Luft in den Preßluftatmern angewiesen sind. Beim An- und Ausziehen dieser Anzüge müssen ein bzw. zwei Helfer unterstützen. Bei der Rückkehr von der Unfallstelle müssen die Kameraden erst durch eine Schleuse, die sogenannte Dekontaminationsdusche, bevor sie die Anzüge wieder ablegen können. Anfang 1999 waren die ersten Kameraden soweit ausgebildet, dass sie bei Gefahrgutunfällen eingesetzt werden konnten.

 

Chemikalienschutzanzug

Kameraden im Chemikalienschutzanzug

 

Am 15. Dezember 1998 wurde das neue Fahrzeug von den Kameraden Lars Brinkmann, Karl-Heinz Heisler, Günter Lehmann, Franz Marheineke und Dieter Meyer von der Firma Schlingmann aus Dissen am Teutoburger Wald abgeholt.

 

LF 8/6

LF 8/6

1999

Am 4. Januar 1999 wurde das Fahrzeug in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Groß Düngen abgenommen. Bevor das Fahrzeug am 8. Januar 1999 bei der Landesfeuerwehrschule in Celle zur Fahrzeugabnahme vorgestellt werden konnte, hatte es bereits seinen ersten Einsatz hinter sich.

Am 6. Januar 1999 wurden die Kameraden durch die Sirene zu einem Großbrand nach Giften gerufen. Eine Scheune voller Heu und Stroh stand in hellen Flammen. Da die Gefahr bestand, daß auch Wohnhäuser von den Flammen erfasst werden, wurden alle Wehren der Stadt Sarstedt alarmiert. Durch den massiven Einsatz von Wasser konnte der Brand auf die Scheune begrenzt werden. Die umliegenden Häuser hatten keinen Schaden genommen. Die Feuerwehr Giften hatte noch den ganzen folgenden Tag mit den Nachlöscharbeiten zu tun. Am frühen Morgen des 8. Januar 1999 wurden die Kameraden in Schliekum über Funkmeldeempfänger erneut alarmiert. Sie mussten abermals nach Giften ausrücken, da einige Brandnester durch den Wind wieder angefacht wurden. Hier erwies sich die zusätzliche Einsatzstellenbeleuchtung auf dem neuen Fahrzeug als sehr nützlich, denn die Ortsbeleuchtung hatte bei weitem nicht ausgereicht, die Brandstelle auszuleuchten.

Fast auf den Tag genau 26 Jahre nach der Übergabe des ersten Fahrzeuges LF 8 an die Schliekumer Wehr wurde am 10. Februar 1999 das neue Fahrzeug LF 8/6 durch Bürgermeister Karl-Heinz Wondradschek und Stadtbrandmeister Rainer Will an die Wehr übergeben sowie das alte Fahrzeug in den Ruhestand verabschiedet.

 

Übergabe LF 8/6

Neues LF 8/6 und altes LF 8

 

Zur Übergabe hatten sich namhafte Vertreter des Landkreises, der Stadtverwaltung, der Ortsrat Schliekum und die Kameraden und Kameradinnen der Ortsfeuerwehr eingefunden. Bei der Schlüsselübergabe vor dem Gerätehaus dankte Ortsbrandmeister Meyer noch einmal allen Beteiligten dafür, dass trotz der schwierigen Haushaltslage der Stadt Sarstedt die Finanzierung so reibungslos geklappt hatte. Im Anschluss an die Übergabe wurden die anwesenden Gäste und die Kameraden und Kameradinnen zu einem kleinen Umtrunk in das Gerätehaus eingeladen. Mit einem Tag der offenen Tür wurde das Fahrzeug am 26. Juni 1999 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Beim Brand der Unterkunft des Technischen Hilfswerkes und des Deutschen Roten Kreuzes am 17. August 1999 in der Friedrich-Ebert-Straße in Sarstedt mussten die Kameraden und Kameradinnen der Freiwilligen Feuerwehr Schliekum wieder ausrücken. Sie wurden allerdings nicht unmittelbar am Brandherd eingesetzt, sondern mussten für die Löschwasserversorgung eine längere Strecke B-Schläuche verlegen.

 

2000

Im Verlauf der Jahreshauptversammlung am 18. Februar 2000 wurde Hans-Jürgen Brinkmann nach 38 Jahren als Gruppenführer wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Schliekum verabschiedet. Auf einstimmigen Beschluss der Wehr wurde er zum Ehrenmitglied in Uniform ernannt. Nachfolger als Gruppenführer wurde Lars Brinkmann.

Anlässlich einer Zusammenkunft des Kommandos der Wehr mit Ortsbürgermeister Hans-Henning Brandes am 29. Dezember 2000 wurde über die Umgestaltung der Vorplatzes und den Umbau des Gerätehauses im Zuge der Dorferneuerung Schliekum gesprochen. Die ersten Vorstellungen des Kommandos in Form von Skizzen zum Umbau des Gerätehauses konnten bereits vorgelegt werden. Seitens der Wehr wurde nachdrücklich darauf hingewiesen, dass durch die Umgestaltung des Platzes keine Beeinträchtigung des Anfahrtweges für das Fahrzeug entstehen dürfe. Gleichzeitig wurde festgestellt und beantragt, das Einfahrtstor zu vergrößern, da das bestehende nur wenig größer als das neue Fahrzeug sei.

 

2001

Bei der Jahreshauptversammlung am 16. Februar 2001 wurde Bernd Frost zum neuen Kassenwart gewählt, da der bisherige Kassenwart Günter Lehmann nach 16jähriger Tätigkeit wegen Erreichens der Altersgrenze in der nächsten Wahlperiode nicht mehr kandidierte.

Am Samstag, den 29. Oktober 2001, um 20:45 Uhr heulten in Schliekum und den übrigen Ortsteilen die Sirenen. Großbrand im Repo Markt in Sarstedt. Um 20:55 Uhr rückte die Schliekumer Wehr mit elf Kameraden aus. Bei der Anfahrt zur Einsatzstelle wurden über Funk bereits die Einsatzbefehle gegeben. Die Schliekumer Kameraden mußten das Feuer von der Westseite bekämpfen, d.h. aus Richtung Breslauer Straße. Das Löschen des Feuers und Retten des Gebäudes war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, da Farben, Lacke und Tapeten immer wieder für neue Nahrung sorgten. So mussten sich die Einsatzkräfte darauf beschränken, die Nachbargebäude zu schützen und vor Schaden zu bewahren. Nach sieben Stunden, morgens gegen 4:00 Uhr, waren die Kameraden wieder zu Hause. Alle fielen todmüde in ihre Betten. Zum Aufräumen und zur Reinigung des Gerätes trafen sie sich am Sonntagmittag wieder.

2002

Vom 19.-21. April 2002 wurde das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr gefeiert. Das Wochenende begann mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal und dem anschließenden Festkommers im Dorfgemeinschaftshaus. Zahlreiche Vertreter aus Verwaltung, Politik, Feuerwehr und Vereinen waren gekommen, um der Schliekumer Feuerwehr zu gratulieren. Am Samstagabend ging es weiter mit dem Jubiläumsball, bei dem ordentlich das Tanzbein geschwungen wurde. Zum Abschluss des Festwochenendes traf man sich am nächsten Morgen zum gemeinsamen Katerfrühstück.

Im Jahr des 100-jährigen Bestehens bestand die Wehr aus 29 aktiven Feuerwehrmännern und Feuerwehrfrauen, 18 Alterskameraden und 79 fördernden Mitgliedern.

100 Jahre Ortsfeuerwehr Schliekum

100 Jahre Ortsfeuerwehr Schliekum

4. Reihe: D. Borsum, M. Klünder, H. Munk, K.-H. Klußmann, F. Rohlfs, R. Hanisch, K.-H. Heisler, K.-H. Othmer, M. Kühntopf, S. Kluge, U. Pagels, J. Funke, E. Wolstermann
3. Reihe: E. Munk, J. Gretsch, W. Töttger, K. Brinkmann, H. Brinke, L. Brinkmann, H. Meyer, B. Frost, R. Heisler, G. Bartels, A. Kluth
2. Reihe: J. Weiß, E. Reibnitz, I. Klünder, B. Grünewald, H. Marheineke, T. Lembke, V. Meyer, B. Marheineke, A. Heinecke, W. Segendorf, J. Krümmel
1. Reihe: K.-L. Riechers, H. Struck, K. Büsse, E. Voß, G. Lehmann, R. Klettke, D. Meyer, H.-J. Brinkmann, K. Klußmann, J. Gremmler, K. Brinke
sitzend: J. v. Storren, G. Scheibe, A. Ehlers, H. Rohlfs, K. Selle, H.-H. Brandes, H. Falk, P. Hilger, A. Menzel, G. Wehner, H. Engmann
kniend: J. v. Storren, M. Kluge, T. Pagels, T. Klußmann, A. Schweinebart, B. Karstedt, F. Janas, L. Langner, K. Klußmann, M. Karstedt

 

Im August 2002 trat die Elbe deutschlandweit über die Ufer. Zahlreiche Kreisfeuerwehrbereitschaften wurden zur Unterstützung der örtlichen Kräfte an die Elbe gerufen, um Sandsäcke zu füllen, zu transportieren und zu verbauen. So wurde auch die Kreisfeuerwehrbereitschaft 1 des Landkreises Hildesheim alarmiert. Anstelle der Ortsfeuerwehr Gödringen, die eigentlich dieser Bereitschaft angehört, fuhren die Schliekumer in Gruppenstärke nach Dannenberg, um bei der Sicherung der Deiche zu unterstützen.