{"id":10811,"date":"2007-10-04T10:31:00","date_gmt":"2007-10-04T08:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/stadt\/archive\/10811"},"modified":"2017-07-02T00:23:42","modified_gmt":"2017-07-01T22:23:42","slug":"bericht-der-haz-vom-04-10-zum-hochwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ff-sarstedt.de\/stadt\/archive\/10811","title":{"rendered":"Bericht der HAZ vom 04.10. zum Hochwasser"},"content":{"rendered":"<div class=\"postoldimgfirst\"><a href=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_1_900.jpg\" rel=\"lightbox[10811]\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_1_900.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div>\n<p><strong>Stadtbrandmeister lobt die Zusammenarbeit aller Helfer \/ Hochwasser hinterl\u00e4sst vielerorts viel Schlamm<\/strong><\/p>\n<p>Sarstedt (cha\/abu). Das Wasser steht immer noch hoch, aber die Pegelst\u00e4nde sinken. Einsatzleiter Uwe Meyer war mit dem Ergebnis des viert\u00e4gigen Dauereinsatzes zufrieden. Am Dienstag um 15 Uhr l\u00f6sten die Helfer ihren Krisenstab auf. Auch die Stra\u00dfen nach Ruthe sind wieder frei, gestern liefen im Dorf aber immer noch einige Pumpen. Insgesamt beginnt in Sarstedt nun die Zeit des Aufr\u00e4umens.<\/p>\n<p>\u0084Schon in der Nacht begann sich die Lage deutlich zu entspannen\u0093, sagte Stadtbrandmeister Uwe Meyer am Dienstagnachmittag. Am Hilfspegel an der Holztorstra\u00dfe ma\u00df die Feuerwehr in der Nacht bereits einen um 20 Zentimeter gefallenen Wasserstand. \u0084Am Tag sank das Wasser dann st\u00fcndlich.\u0093 Um 15 Uhr l\u00f6sten die Helfer deshalb ihren Krisenstab auf, der vier Tage lang vom Sarstedter Ger\u00e4tehaus aus das Geschehen im Stadtgebiet koordiniert hatte. Zu dieser Zeit war auch die Stra\u00dfe zwischen Sarstedt und Ruthe bereits wieder freigegeben. Und auch zwischen Ruthe und Heisede standen lediglich noch vereinzelte Pf\u00fctzen auf dem Asphalt. Gestern wurde auch diese Stra\u00dfe wieder f\u00fcr den Verkehr freigegeben.<\/p>\n<p>Weiterhin im Einsatz waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW), um Keller rund um die Wiesenstra\u00dfe auszupumpen und Bereiche, auf denen kein Wasser mehr stand, zu reinigen. Auch die Pumpgruppe vom Nordring, die daf\u00fcr gesorgt hatte, dass der Verkehr auf der Umgehungsstra\u00dfe nicht zusammenbrach, konnte abr\u00fccken.<\/p>\n<p>Insgesamt zeigte sich der Stadtbrandmeister zufrieden mit dem Ergebnis der Arbeit. \u0084Wir konnten das Schlimmste verhindern\u0093, sagt er. Dazu z\u00e4hle er auch die Aufrechterhaltung der Stromversorgung, bei der Mitarbeiter von Eon-Avacon einen erheblichen Anteil gehabt h\u00e4tten. \u0084Ohne Strom h\u00e4tten wir n\u00e4mlich evakuieren m\u00fcssen.\u0093 Und auch, dass es zu keiner \u00dcbersp\u00fclung in der Holztorstra\u00dfe kam, verbuchte der Einsatzleiter als gemeinsamen Erfolg aller Helfer und Anwohner. Ausdr\u00fccklich lobte Meyer den Einsatz der Helfer, die fast allesamt vier Tage im Dauereinsatz gewesen waren. \u0084Es war eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, THW, Polizei, Bauhof und allen anderen.\u0093<\/p>\n<p>Gestern standen in Sarstedt fast alle Pumpen wieder still. Die Innerste stand zwar immer noch recht hoch, aber schon rund anderthalb Meter unter dem H\u00f6chststand vom Sonntag. Dennoch liefen in Ruthe weiterhin einige Pumpen, noch immer dr\u00fcckte das Grundwasser in einigen Einfamilienh\u00e4usern nahe der Innerste in die Keller. Durch den hohen Wasserstand der Leine standen auch fast alle Weiden rund ums Dorf noch unter Wasser. Auf den Feldern paddelten Schw\u00e4ne, auf dem FSV-Sportplatz Enten. Der Ruther Holger Algermissen berichtete zum Beispiel von einem Goldfisch, dessen heimischer Zierteich offenbar teilweise in den Wassermassen verschwunden war und der nun \u00fcber eine Wiese schwamm.<\/p>\n<p>Der Sportplatz des FC Ruthe stand gestern nicht mehr unter Wasser, Rasen und Laufbahn sind aber von Schlamm bedeckt. Auch Spielplatz und Grillstand sind arg verschmutzt. Die Fu\u00dfballer haben alle Heimspiele am Wochenende abgesagt und wollen sich morgen zum Aufr\u00e4umen treffen. Teilweise unter Wasser stand auch nach wie vor die Kleingarten \u0084Kolonie an der Innerste\u0093. Viele Gartenp\u00e4chter wagten sich allerdings in Gummistiefeln in ihre Lauben, um dort nach dem Rechten zu sehen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Auf die Welle folgt die Debatte um das Wehr<\/strong><\/p>\n<p>M\u00fchle Malzfeldt weist Kritik aus Kleintierkolonie zur\u00fcck<\/p>\n<p>Sarstedt (cha). Der Tag nach dem Hochwasser begann f\u00fcr viele Sarstedter mit Aufr\u00e4umen. Auch in der Kleintierkolonie am Festplatz. Hier waren die Mitglieder entt\u00e4uscht dar\u00fcber, dass das Wehr an der Innerste \u0084zu sp\u00e4t\u0093 ge\u00f6ffnet wurde. Die \u00dcberflutung des Koloniegel\u00e4ndes h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen\u0093, glauben die Mitglieder.<br \/>\nBodo Ritter und Ernst-Robert Konrad begutachten die Sch\u00e4den. Die Flutwelle sp\u00fclte Gartenschmuck und H\u00f6lzer quer durch die Kolonie. Aber das ist noch nicht schlimm. Schlimm sind die vielen durchweichten Gegenst\u00e4nde, nasse M\u00f6bel und Teppiche, die \u00fcberall tropfend in der Gegend stehen und liegen. Konrad, der auch Vorsitzender der 51er Sch\u00fctzen ist, hat in seiner Laube gleich den Ofen entfacht, um alles so schnell wie m\u00f6glich trocken zu bekommen. Im Mittelweg, dem zentralen Weg durch die Kolonie am Festplatz, ist der Kies an manchen Stellen v\u00f6llig weggeschwemmt. \u0084Daran kann man sehen, mit welcher Gewalt die Welle hier durch ging\u0093, sagt Konrad.<\/p>\n<p>Die Vereinsmitglieder sind sich dar\u00fcber bewusst, dass sie keine Hauptleidtragenden des Hochwassers sind. \u0084Aber wir glauben, dass es hier h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen\u0093, sagt Konrad. Der Grund f\u00fcr die Welle, die am Sonnabend gegen 9 Uhr durch die Kolonie fegte, liegt ihrer Meinung nach nur wenige Meter entfernt am Wehr. Dort k\u00f6nnen Mitarbeiter der M\u00fchle Malzfeldt die so genannten Sch\u00fctze \u00f6ffnen und schlie\u00dfen. \u0084Sie waren geschlossen, als das Wasser kam\u0093, sagt Konrad. Sp\u00e4ter sei es dann ge\u00f6ffnet worden \u0096 zu sp\u00e4t f\u00fcr die Kolonie. Besonders \u00e4rgerlich finden die 19 Mitglieder der Kolonie, dass es immer wieder vorkomme. \u0084Das war jetzt schon das dritte Mal\u0093, sagt Konrad.<\/p>\n<p>Andreas Glein von der M\u00fchle Malzfeldt weist die Kritik der Vereinsmitglieder zur\u00fcck. Das Wehr werde komplett automatisch gesteuert. Seit mehr als einem halben Jahrhundert gebe es Vorgaben dar\u00fcber, wann welche Sch\u00fctze ge\u00f6ffnet und geschlossen werden m\u00fcssten. \u0084Wir k\u00f6nnen dort nicht einfach nach Gutd\u00fcnken rauf und runter fahren\u0093, sagt er. M\u00f6glich sei aber auch, dass die Innerste derart schnell angeschwollen sei, dass die Sch\u00fctze nicht schnell genug ge\u00f6ffnet werden konnten. \u0084Die brauchen schon ein paar Minuten, bis sie oben sind.\u0093<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Wassergrab f\u00fcr Chrysanthemen<\/strong><\/p>\n<p>Ruther G\u00e4rtner sieht Schaden in f\u00fcnfstelliger H\u00f6he \/ Lehrgut hat Mais gerade rechtzeitig geerntet<\/p>\n<p>Ruthe (abu). Das Hochwasser hat viele gesch\u00e4digt \u0096 Privatpersonen wie Firmen. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Ruther G\u00e4rtnerei Drescher. Dabei hat sie noch Gl\u00fcck gehabt, meint der fluterprobte Inhaber Walter Drescher: \u0084Ein paar Zentimeter mehr w\u00e4ren noch viel schlimmer gewesen.\u0093<\/p>\n<p>Die Plastikpaletten mit den vielen kleinen Blument\u00f6pfen liegen wild verstreut im Schlamm. Die meisten Pflanzen darin sind v\u00f6llig mit Schlamm \u00fcberzogen, keine Spur mehr von den bunten Bl\u00fcten erkennbar. Ein paar Meter weiter schwimmen noch einige Paletten umher. Die Chrysanthemen darin bl\u00fchen zwar, doch ihre Bl\u00e4tter sind ebenfalls verschlammt. \u0084Die kauft keiner mehr\u0093, sagt G\u00e4rtnermeister Walter Drescher, der in Gummistiefeln zwischen seinen Pflanzen umher-stapft und den Schaden begutachtet. \u0084Trotzdem sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen.\u0093<\/p>\n<p>Wohl nirgendwo in Sarstedt wird der \u00f6konomische Schaden des Hochwassers so deutlich sichtbar wie in der G\u00e4rtnerei in Ruthe. Drescher hat viele seiner Gew\u00e4chsh\u00e4user fast direkt an der Innerste stehen \u0096 und hier zeigt sich, was er mit \u0084blauem Auge\u0093 meint. In den Glash\u00e4usern selbst stand das Wasser zwar einige Zentimeter hoch, die mehreren Tausend gerade vor einigen Tagen eingetopften Stiefm\u00fctterchen und Primeln bekamen \u0084nasse F\u00fc\u00dfe\u0093 \u0096 aber es sieht ganz so aus, als w\u00e4ren sie weiter nicht besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Ganz anders als die Chrysanthemen, die wie einige andere Blumen auch auf dem Feld zwischen Gew\u00e4chsh\u00e4usern und ICE-Trasse gestanden hatten. Die Fl\u00e4che liegt etwas tiefer, das schlammige Innerste-Hochwasser schlug hier voll zu. Gut 10 000 Euro, sch\u00e4tzt der G\u00e4rtnermeister, muss er schlichtweg abschreiben. \u0084Hochwassergebiet, das versichert keiner\u0093, stellt er n\u00fcchtern fest. \u0084Das Risiko besteht eben. Ich w\u00fcsste nicht, wohin sonst mit den Pflanzen.\u0093 Man merkt: Drescher \u00e4rgert sich zwar \u0096 aber den Hochwasser-Kummer ist sein Familienbetrieb seit Jahrzehnten gewohnt. Die Blumen in den Gew\u00e4chsh\u00e4usern sind im Gegensatz zu denen auf dem Freiland auch versichert. Trotzdem: \u008420 Zentimeter mehr, wie vor vier Jahren \u0096 dann w\u00e4re in den Gew\u00e4chsh\u00e4usern auch alles hin gewesen.\u0093 Damals traf ihn die Flut allerdings nicht so hart. \u0084Das war im M\u00e4rz, da hatten wir nicht so viel drau\u00dfen stehen.\u0093<\/p>\n<p>Dann zeigt Drescher, der als Vorsitzender des FC Ruthe und Mitglied der \u00f6rtlichen Freiwilligen Feuerwehr nicht nur beruflich vom Hochwasser betroffen ist, hinter den Zaun, der seine Fl\u00e4chen vom Rest des Feldes trennt. Dort hatte das Lehr- und Forschungsgut Ruthe Futtermais angebaut. \u0084Die Mitarbeiter haben gerade am vergangenen Donnerstag geerntet \u0096 Gl\u00fcck gehabt\u0093, meint Drescher. Jetzt ragen nur noch die Strunken aus einer ungangbaren W\u00fcste aus Wasser und Morast. Ob der Mais nach dem Hochwasser noch zu gebrauchen gewesen w\u00e4re, sei unklar. \u0084Man h\u00e4tte dann vielleicht auch pr\u00fcfen m\u00fcssen, was der Fluss an Schadstoffen abgelagert hat.\u0093<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_2_900.jpg\" rel=\"lightbox[10811]\"><img decoding=\"async\" class=\"postoldimg\" src=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_2_200.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_3_900.jpg\" rel=\"lightbox[10811]\"><img decoding=\"async\" class=\"postoldimg\" src=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_3_200.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_4_900.jpg\" rel=\"lightbox[10811]\"><img decoding=\"async\" class=\"postoldimg\" src=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_4_200.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_5_900.jpg\" rel=\"lightbox[10811]\"><img decoding=\"async\" class=\"postoldimg\" src=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_5_200.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_6_900.jpg\" rel=\"lightbox[10811]\"><img decoding=\"async\" class=\"postoldimg\" src=\"http:\/\/www.ff-sarstedt.de\/themenpark\/Berichte\/2007\/10\/200710041_6_200.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtbrandmeister lobt die Zusammenarbeit aller Helfer \/ Hochwasser hinterl\u00e4sst vielerorts viel Schlamm Sarstedt (cha\/abu). 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