Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag / Vier Personen vermisst
Pünktlich 18:50 Uhr heulten am Mittwoch in Giften die Sirenen. Die Durchsage der Leitstelle “unklare Rauchentwicklung Heinrichstraße 3A” ließ nichts gutes verheißen, da in Giften in der Vergangenheit viele Scheunenbrände waren. Mit dem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) machte sich Einsatzleiter Stephan Wehling mit seiner Mannschaft auf dem Weg zur Einsatzstelle. Schon beim Einbiegen auf die Heinrichstraße zogen die Rauchschwaden unter der Dachhaut der Scheune von der Firma Wrobel hervor.Das vorgebene Szenario bekam der Einsatzleiter bei der ersten Lageerkundung durch den Ortsbürgermeister Trottnow vorgegeben: Blitzeinschlag in der Dachkonstruktion. Der Firmeninhaber ist vermutlich noch im Gebäude. Auf Grund dieser Lage forderte Wehling über die Leitstelle Hildesheim sofort weitere Kräfte an. Die Ortsfeuerwehr Sarstedt befand sich zu dieser Zeit auf Zugübungsdienst im Ortsbereich, so daß alle Fahrzeuge der Wehr sich auf den Weg zur Einsatzstelle machten.Unter schweren Atemschutz wurde sofort ein Trupp eingesetzt, um sich auf die Suche nach dem vermissten Firmeninhaber zu machen. Die weiteren Kräfte der Giftener Wehr bauten eine eigene Wasserversorgung auf und begannen mit den Löschangriff. Als das Tanklöschfahrzeug der Sarstedter Wehr eintraf, konnte nun massiv mit mehrenen Trupps unter Atemschutz die Suche unterstützt werden.

Zugführer Ulrich Meyer setzte die Drehleiter zur Abrieglung des Nebengebäudes ein, da die Gefahr bestand, daß der angenommene Brand sich auf das angrenzende Wohnhaus übergreifen könnte. Die Anwohner wurden vorsorglich evakuiert. Das Löschgruppenfahrzeug von Sarstedt baute eine Wasserversorgung für die Drehleiter auf und setzte von der Scheunenrückseite her ein B-Rohr zur Brandbekämpfung ein. Dabei mußte die Hauptverkehrsstraße überquert werden. Demzufolge mußten intensive Verkehrssicherungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Nachdem die Person im Gebäude gefunden wurde, stellte sich heraus, daß neben dem Firmenbesitzer noch drei weitere Jugendliche im Gebäude sein mußten. Die Inneneinsatzmaßnahmen wurden noch mehr intensiviert, parallel
dazu wurde das Schnelleinsatzzelt zur Betreuung der Verletzten aufgebaut. Nach knapp einer halben Stunde waren dann alle Personen aus dem Gebäude gerettet. Bei der starken Verqualmung im Gebäude und der verwinkelten Bauweise war das eine sehr schnelle Zeit für die Rettung.

Nach etwas über einer Stunde konnte Übungsleiter Rüdiger Schulz “Feuer aus” melden. Bei der anschließenden “Manöverkritik” konnte ein positives Resümé gezogen werden. Die Zusammenarbeit der beiden Ortsfeuerwehren klappte hervorragend. Der Giftener Ortsbrandmeister Thomas Pape bedankte sich bei den 48 Kameraden, die an der Einsatzstelle bis an ihre Belastungsgrenze gegangen sind.