Beim ABC-Zug sind freiwillige Helfer für den Ernstfall gerüstet
Kreis Hildesheim, 09.09.1998 (ms). Das 25jährige Bestehen des ABC-Zuges des
Landkreises Hildesheim wurde mit einem Tag der offenen Tür auf dem
Katastrophenstützpunkt Messeberg bei Feldbergen gewürdigt. Den Festakt verlegte der
verantwortliche Zugführer dieser 31 Mann starken Einheit, Uwe Meyer aus Sarstedt,
kurzerhand in ein Zelt, da Dauerregen die Veranstaltung fast buchstäblich ins Wasser
fallen ließ.

In einem Grußwort des Kreistages und der Kreisverwaltung würdigte Landrätin Ingrid
Baule den Dienst der Einsatzkräfte des Zuges. “Mir ist jetzt erst richtig bewußt
geworden, daß es sich bei den Mitgliedern des ABC-Zuges nicht um hauptamtliche, sondern
um freiwillige Feuerwehrmänner handelt”, erklärte Ingrid Baule. In Anbetracht
aktueller Ereignisse stellte sie fest, daß nicht Begeisterung und Leidenschaft der Helfer
ausreichen, um Helfen zu können. Die technische Ausstattung müsse einen besonderen
Stellenwert haben. Die Landrätin lobte die professionelle Arbeit, die die Mitglieder des
ABC-Zuges, auch in Verbindung mit den vier Gefahrgutzügen im Landkreis leisten. Zur
Verbesserung der Ausstattung überreichte sie dem Zugführer ein dringend benötigtes
Handsprechfunkgerät.

Von Kreisbrandmeister Heinrich Pape gab es einen geschichtlichen Abriß des ABC-Zuges.
Der Chef der Feuerwehr im Landkreis hob die Rolle seines Vorgängers Kurt Rühmkorf und
des ehemaligen Kreisschirrmeisters Rudi Busche hervor.
Diese Feuerwehrführer waren 1972 auf einer Kommandositzung der Feuerwehr Hoheneggelsen
erschienen, um einen Zugführer für den aufzustellenden ABC-Zug zu werben.
Ausschlaggebend war, daß vom Bund die alte Funk- und Meßstation Messeberg an der Bl,
zwischen Feldbergen und Hoheneggelsen, als Unterkunft zur Verfügung gestellt war.
Den Auftrag des Landkreises Hildesheim nahm Wilhelm Ruthemann aus Hoheneggelsen an, um
mit Mitgliedern der Ortsfeuerwehren Hoheneggelsen, Feldbergen, Mölme, Steinbrück und
Oedelum diesen Zug aufzustellen. Der Auftrag dieses speziellen Fachdienstes lautete im
Verteidigungsfall: die Feststellung von Gefahren, die von atomaren (A), biologischen (B)
und chemischen (C) Kampfstoffen ausgehen, sowie die Dekontamination von Menschen, Sachen
und Gelände.
Von 1976 bis 1995 leitete Manfred Ostwald (Hohenqggelsen) und von 1995 bis 1996 Sascha
Lemberg (Barienrode) den Zug. Seit 1996 ist Brandmeister Uwe Meyer (Sarstedt) als
Zugführer verantwortlich. Als Stellvertreter steht Hauptlöschmeister Michael Buß
(Dehnsen) zur Verfügung.
Zugführer Uwe Meyer nahm die Gelegenheit war, den Abgeordneten zu bitten, die
Verantwortlichen in Bonn an ihrer Verpflichtung zu erinnern, finanzielle Mittel für die
Ausstattung mit neuen technischen Geräten und Fahrzeugen zur Verfügung zu stellen.
Anschließend führte er die Gäste durch die Räume des Stützpunktes am Messeberg.
Trotz des herbstlichen Wetters informierten sich am Wochenende rund 200 Besucher auf
dem Messeberg. Mit einigen Vorführungen, wurde ihnen die fachliche und praktische Arbeit
demonstriert.
Im Außenbereich des Geländes waren die Einsatzfahrzeuge des ABC-Zuges sowie von der
Feuerwehrtechnischen Zentrale Groß Düngen zu besichtigen. Hierzu gehörte auch der neue
Gerätewagen Gefahrgut, der für den Brandabschnitt Nord des Landkreises und der Stadt
Hildesheim eingesetzt wird. Das Fahrzeug steht bei der Berufsfeuerwehr Hildesheim und wird
in Kürze offiziell übergeben.