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Fachwerkhaus ist vor den Flammen mcht mehr zu retten
800 000 Mark Sachschaden bei einem Brand in Ahrbergen
Das Löschwasser gefriert sofort zu bizarren Formen

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Erst nach fünf Stunden war der Brand
in dem Fachwerkhaus unter Kontrolle

Ahrbergen, 04.01.1997 (kat). Am Sonnabend gegen sieben Uhr ging das
Wohn- und Geschäftshaus Hildesheimer Straße 31 in Ahrbergen in Flammen auf. Stundenlang
kämpften 100 Feuerwehrleute gegen das Feuer an, ohne den völligen Verlust des Gebäudes
verhindern zu können. Das Fachwerkhaus brannte vollständig aus. Es entstand ein
Sachschaden in Höhe von 800000 Mark. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Menschen kamen
nicht zu Schaden. Vermutlich ist das Feuer im Bereich einer Spritzanlage der ehemaligen
Werkstatt entstanden.

Geballter Einsatz der Feuerwehr

Der geballte Einsatz von vielen Feuerwehr-Experten war notwendig, um das Feuer in den
Griff zu bekommen. Dennoch dauerte es mehr als vier Stunden, bevor die Flammen eingedämmt
waren. Das lag auch an der Besonderheit dieses Hauses, das neben einigen Wohnungen auch
eine Kraftfahrzeug-Werkstatt beherbergte. Das Gebäude war total verwinkelt und war recht
unübersichtlich”, sagte Giesens Gemeindebrandmeister Heinrich Köhler, der den
Einsatz leitete. Das Feuer sei in einer Zwischendecke immer wieder angefacht worden.
Offensichtlich sei zwischen einer nachträglich eingebauten Decke und einer alten ein
Zwischenraum entstanden, in dem sich das Feuer ungehindert habe ausbreiten können.

Wo immer die Feuerwehrleute die Schläuche hinschwenkten, es entwickelten sich meist
große Qualmwolken. Zeitweise war die gesamte Umgebung von dicken hellen Wolken
eingehüllt.

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Die Besatzungen in den Drehleitern
hatten viel zu tun

Die Sarstedter Feuerwehr war gleich zu Beginn mit einer Drehleiter am Brandort
erschienen. Drei Stunden später wurde eine weitere eingesetzt, die von der
Berufsfeuerwehr in Hildesheim bereitgestellt worden war.

Die Männer im Korb hatten keine freie Sekunde, weil sich die Flammen nicht auf einen
Ort beschränkten. Es brannte an der Hildesheimer Straße genauso wie im Hinterhaus. Wenn
die Wasserzufuhr für eine kurze Zeit abgestellt war, dann loderten sofort wieder
Brandnester auf.

Die Feuerwehren hatten Zugang zu zwei Brunnen in der Umgebung. Wasserknappheit gab es
nicht. Die Hildesheimer Straße war acht Stunden lang voll gesperrt. Auf der Fahrbahn
wäre ohnehin nichts mehr gegangen. Bei der eisigen Temperatur von mehr als zehn Grad
Minus gefror das Löschwasser in kurzer Zeit zu bizarren Formen. Auf der Straße gab es
eine nahezu geschlossene Eisdecke, die auch für die Feuerwehrleute gefährlich wurde.

Das Löschwasser war stellenweise vermengt mit Ölresten. Beim Einsatz der Rohre lief
ein Ölabscheider-Becken über und das verunreinigte Wasser ergoß auch auf die Straße.
Später saugte die Firma Thon das Schmutzwasser mit einem Spezialfahrzeug auf.

Die Löscharbeiten wurden durch das Eternitdach des Gebäudes behindert. Die Platten
waren angeschraubt und mußten mit Gewalt gelöst werden, um mit den Wasserstrahlen das
Innere des Gebäudes erreichen zu können. Die Männer im Korb der Drehleitern hatten
harte körperliche Arbeiten zu leisten.

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Total ausgebrannt: Das Gebäude ist nur noch eine Ruine

Die Freiwilligen Feuerwehren von Sarstedt, Ahrbergen, Giesen, Groß Förste, Hasede,
Emmerke waren im Einsatz. Dazu kam Mitglieder der Berufsfeuerwehr in Hildesheim. Heinrich
Köhler hob später das gute Zusammenwirken der Wehren hervor, deren Einsatz auch viele
Ahrberger anerkannten. Wolfgang Münzer stellte zufrieden fest, daß bereits nach kurzer
Zeit den eingesetzten Männern in der bitteren Kälte von vielen Nachbarn heißer Kaffee
oder Tee gereicht wurde. “Das hat allen gutgetan”, sagte der Ortsbrandmeister.
Die Ahrberger Wehr hatte bei ihrem Eintreffen am Unfallort erst einmal einen Mann und eine
Frau aus einer Erdgeschoßwohnung geholt. Die beiden hatten von dem Brand noch gar nichts
bemerkt.

Die meisten der Männer waren an diesem Tag neun Stunden und mehr im Einsatz. Da traf
es sich gut, daß sie sich zu kurzen Erholungspausen im Ahrberger Feuerwehrgerätehaus
aufhalten konnten, das nur wenige Meter vom Brandhaus entfernt war.

Das ausgebrannte Gebäude ist jetzt eine Ruine. Es gehörte jahrzehntelang einem
Ahrberger Handwerker, Im Dezember wurde es allerdings von einem Mieter des Hauses gekauft.
Vor einiger Zeit hatte sich auch der Sänger Gunter Gabriel in diesem Haus eingemietet.
Jetzt ist er nach Hamburg gezogen.

Irgendwie muß der Barde schnell von dem Brand gehört haben. Am frühen Nachmittag des
Brandtages stand er plötzlich auf der Hildesheimer Straße und sah dem Inferno zu.
Kommentar eines Ahrbergers: “Wenn er demnächst wieder nach Ahrbergen kommt, dann ist
Gunter Gabriel obdachlos”.