27-Jähriger geht der Polizei ins Netz : Seit 1999 etliche Brandstiftungen in Hildesheim und Sarstedt.
Die Polizei hat einen 27-Jährigen Serienbrandstifter gefasst. Der Sarstedter hatte seit 1999 in Hildesheim und in seiner Heimatstadt immer wieder Feuer gelegt. In Kellern, leer stehenden Gebäuden und Müllcontainern. Sein Motiv : Frust.
Es war ein Zufall zu viel, der die Ermittler des 1. Fachkommissariats auf die Spur des Täters führte: Der 27-Jährige hatte sich verdächtig gemacht, weil er bei mehren Bränden entweder als Zeuge, Schaulustiger und sogar als Geschädigter auftauchte. Nachdem der Sarstedter am 2. Oktober nach einem Brand im Kellertrakt eines Wohn- und Geschäftshauses am Hildesheimer Angoulême-Platz als Zeuge aufgetreten war, vernahmen die Beamten ihn als Verdächtigen. Schon bald gab der Mann zu, das Feuer selbst gelegt zu haben. Und nicht nur dieses : Seit 1999 hat der Brandstifter in Sarstedt und Hildesheim immer wieder zugeschlagen. Sein Motiv: Frust, Unzufriedenheit. Die Höhe des Gesamt-Schadens ist noch nicht absehbar. Begonnen habe alles mit Zündeleien, so der 27-Jährige in seiner Aussage. Zunächst hatte er nur Papierkörbe angesteckt, dann Müllsäcke, schließlich Altpapiercontainer. Mindestens neun Stück so seine Erinnerung. Doch das reichte ihm bald nicht mehr, die Feuer wurden immer größer. Im Januar dieses Jahres legte der Mann Feuer in einem leer stehenden Verwaltungsgebäude in der Sarstedter Glückaufstraße. Der Bau der ehemaligen Chemie-Fabrik Hahnerol brannte komplett aus, 70 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ende Mai, Tatort wieder Sarstedt: Der 27-Jährige zündet einen Müllsack an, das Feuer griff zunächst auf einen Haufen Sperrmüll über, schließlich auf einen Lagerschuppen. 15 Feuerwehrleute kämpften bis 4 Uhr morgens gegen die Flammen. Am 21 August schlug der Serienbrandstifter schließlich zum ersten mal am Angoulêm-Platz in Hildesheim zu im selben Gebäude, vor dem er beim zweitem Brand am 2 Oktober als Zeuge auftauchte. Genau einen Monat später griff der Täter wieder in seiner Heimatstadt zum Feuerzeug und steckte im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Friedrich-Ebert Straße Spanplatten und PVC-Reste in Brand. Die Bewohner mussten das Gebäude wegen der starken Rauchentwicklung verlassen. Wieder ein Zufall der Täter wohnte in dem betroffenen Haus. Die Hildesheimer Staatsanwaltschaft hat nun Haftbefehl gegen den Brandstifter erlassen.
Quelle : Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 7.Oktober 2005