Großbrand im REPO-Markt. 1,3 Millionen Mark Schaden

Brand im REPO-Markt verhindert Neueröffnung einer Discothek

 

Am Samstag, 29.09.01 ist die Ortsfeuerwehr Sarstedt gegen
20.30 Uhr zu einem Feueralarm in der Gutenbergstraße gerufen worden. Beim
Eintreffen des Tanklöschfahrzeuges war die Lage sehr schnell klar. Brand
einer Lager- und Verkaufshalle in voller Ausdehnung.

Sofort wurde Vollalarm ausgelöst (Alarmierung der Feuerwehren
Sarstedt, Giften, Gödringen, Hotteln, Heisede, Ruthe und Schliekum).
Die erste Sorge galt der angrenzenden Discothek, die an diesem Tage
Neueröffnen wollte. Die Besucher hatten den Brand schnell bemerkt und sind
schon ins Freie geflüchtet.

Im Verlauf des Einsatzes wurden noch die Ortsfeuerwehren der Gemeinde
Giesen und Algermissen, sowie das THW Sarstedt und Spezialfahrzeuge aus
der Feuerwehrtechnischen Zentrale aus Gr. Düngen angefordert (Genaue
Auflistung unten). Im Einsatz waren183 Einsatzkräfte unter der Leitung des
Brandabschnittsleiter Heinrich Köhler.

Das übergreifen auf die angrenzende Discothek, sowie einem Wohngebäude konnte verhindert
werden. Der REPO-Markt mit seinen 3 Hallen brannte
komplett herunter.

Im Einsatz waren 27 Fahrzeuge mit 4 Wasserwerfer und etliche B- und
C-Rohre. Das Hydranten-System reichte trotz einer 300er Leitung nicht aus,
so dass 5 Versorgungsleitungen von den entferten unabhängigen
Wassernahmestellen (Zisterne Emmy-Nöther-Str. und Teich am
Teinkamp)aufgebaut wurden.

Der Betrieb der Straßenbahn, die unmittelbar am Gelände
anschließt, wurde während der Löscharbeiten eingestellt.

Gegen 4 Uhr mogens konnte “Feuer aus” gegeben werden. Die
Nachlöscharbeiten dauerten noch bis in den Nachmittag rein.

Insgesamt wurden 42 Atemschutzgeräte für den Brandeinsatz
und 6 Atemschutzgeräte für die Nachlöscharbeiten verbraucht. Zwei
Kameraden haben sich beim Einsatz verletzt, jedoch nicht durch
Brandeinwirkung.

Bilder nach den Nachlöscharbeiten:

Eingesetzte Fahrzeuge / Kräfte

Ortsfeuerwehr Fahrzeug Besatzung
Sarstedt DLK 23/12 3
Sarstedt ELW 1 9
Sarstedt GW-Umweltschutz 3
Sarstedt LF 16-TS 9
Sarstedt MTW 9
Sarstedt TLF 16/25 6
Hotteln RW 1 3
Hotteln LF 8/6 9
Gödringen LF 8/6 14
Heisede LF 8/6 13
Ruthe TSF 11
Schliekum LF 8/6 12
Giften LF 8/6 14
Lühnde SW 1000 3
FTZ GW Atemschutz 1
FTZ Schlauchwechselwagen 1
Giesen TLF 8/18W 3
Giesen LF 8 9
Ahrbergen LF 8/6 9
Ahrbergen MTW 9
Emmerke TLF 16/25 6
Gr. Förste LF 8/6 9
DRK RTW 6
Polizei Sarstedt Einsatzfahrzeug 4
THW Sarstedt GKW 8
THW Sarstedt ELW 6
THW Sarstedt MLW 4

Lage:

Brandobjekt: Ein Verkaufsmarkt für Restposten aller Art.
Unterteilt in drei Bereiche.
Verkaufshalle in einem Glasdachbereich
(Brandausbruch). Hier werden hauptsächlich Farben, Lacke, Spiritus, u.ä.
zum Verkauf angeboten. Einer Verkaufshalle mit Waren aller Art. Eine Halle
mit Teppichen und Tapeten. Alle 3 Gebäude sind unmittelbar durch
Brandschutztüren verbunden. Wie sich jedoch später herausstellte waren die
Türen nicht geschlossen.

An der Südseite befinden sich eine
Diskothek, in der sich schon Gäste befanden und ein weiteres
Firmengebäude.

AnWestseite schließt unmittelbar die
Straßenbahnlinie an.

An der Nordseite grenzt ein Wohngebäude mit
aussenliegendem Hundezwinger und einer dahinterbefindlichen Lagerhalle, in
der u.a. 5000 Liter Heizöl gelagert werden.

Zur Ostseite ist das Gelände etwas von der Gutenbergstraße
abgesetzt und die gegenüberliegenden Firmengebäude ebenfalls.

Wetter: Windrichtung: West/SüdWest,
Temperatur: 15° C, Trocken, später starker Regen.

Einsatzablauf :

Um 20:31 Uhr geht in der Leitstelle
Hidesheim die Meldung per Telefon ein, dass im Dachbereich des
Repro-Marktes, Gutenbergstraße ein Feuer sei. Ausgelöst, wie sich später
herausstellte, durch Feuerwerkskörper, die ein 13 und ein 14jähriger
Junge auf das Gebäude warfen.

22 Sekunden später wird die Ortsfeuerwehr Sarstedt über
FME 540 zu einem Dachstuhlbrand gerufen.
Um 20:34 Uhr rückt das
TLF16/25 der OW Sarstedt mit einer Besatzung 1/5 ab und gegen 20:37 die
Drehleiter DLK 23/12 mit einer Besatzung von 1/2. Noch während der Anfahrt
ereignete sich eine Explosion und die Glasdachhalle stand in Vollbrand, so
dass gegen 20:40 Uhr Alarmstufe1 (Alarmierung OW Sarstedt FME 240)
und kurz danach Alarmstufe 3 (Alarmierung der Ortsfeuerwehren Gödringen,
Heisede, Hotteln, Giften, Schliekum und Ruthe) ausgelöst wird.

Gegen 20:44 Uhr ist das TLF und die DLK Sarstedt an der
Einsatzstelle. Sofort versucht ein Trupp unter Atemschutz in den rechten
Gebäudeteil mit einem C-Rohr vorzudringen. Da die Brandschutztür im
Gebäude nicht geschlossen war, konnte die Brandausbreitung in den rechten
Gebäudeteil nicht mehr verhindert werden. Der Inneneinsatz wurde darauf
hin abgebrochen. Der 2. Trupp und die DL-Besatzung bauten eine
Wasserversorgung über einen Überflurhydranten, der unmittelbar vor dem
Gebäude stand, zum TLF auf und brachten das Wendestrahlrohr der DL in
Stellung. Der Staffelführer dringt bis zur Diskothek vor und vergewissert
sich, dass alle Besucher das Gebäude verlassen haben. Danach wird die
Diskothek geschlossen.

Bis 21:00 Uhr waren alle Fahrzeuge der Stadt Sarstedt an
de Einsatzstelle. Die Einsatzleitung wird vom Brandabschnittsleiter,
Stadtbrandmeister und Ortsbrandmeister am ELW durchgeführt. Der stellv.
Zugführer übernimmt die Leitung 4m-Funk und ein Staffelführer den
2m-Funk.

Das Gebäude galt zu diesem Zeitpunkt als verloren. Die
Aufgabe war der Aufbau einer Riegelstellung an der Südseite (OW Gödringen,
Schliekum, Ruthe) und eine Riegelstellung an der Nordseite (OW Heisede, 1.
Gruppe LF16-TS mit Wasserwerfer). Zur Westseite wird der Verkehr der
Straßenbahnlienie eingestellt und ein Angriff mit der 2. Gruppe LF 16
eingeleitet. An der Ostseite wird vom TLF 16 Sarstedt 1 B-Rohr und 2
C-Rohre eingesetzt.

Problematisch ist die Evakuierung des Wohngebäudes zur
Nordseite. Die Anwohnerin will ihre Wohnung nicht verlassen und der
Besitzer der 4 Hunde weiß nicht, wo er die Hunde lassen soll. Erst auf
ausdrücklicher Weisung lädt der Besitzer seine Hunde in sein PKW und
verlässt das Grundstück.

Die Wasserversorgung über das Hydrantensystem (300er
Leitung) reicht nicht aus, so dass eine Wasserversorgung von der
Löschzisterne Emmy-Nötherstr. (Kirchenfelde) und vom Teinkamp aufgebaut
werden müssen. Zur Unterstützung wird um 21:08 Uhr die Gemeinde Giesen und
um 21:50 Uhr der SW1000 der OW Lühnde und der Schlauchwechselwagen der FTZ
Gr. Düngen angefordert.
Insgesamt wurden 5 Versorgungsleitungen zur
Einsatzstelle gelegt.

Um 22 Uhr meldet die AVACON das Gas und Strom abgestellt
ist.
Das DRK ist mit 2 Rettungswagen vor Ort.

Das THW Sarstedt wird zur Einsatzstelle alarmiert. Sie
führen die Stromversorgung für den angeforderten Gerätewagen Atemschutz
der FTZ durch und übernahmen die Ausleuchtung der Einsatzstelle. Die
Versorgung von Öl und Sprit für die Pumpen sowie der Aufbau von Zelten und
Einrichtung einer Verpflegungsstelle führten die 18 Helfer durch.
Es
stellte sich heraus, dass das THW eine wesentliche Entlastung bei dem
Aufbau der Logistik darstellte.

Gegen 23 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Um 23:30 Uhr
bekam das TLF 16 Sarstedt und das TLF Emmerke den Auftrag,
Einsatzbereitschaft herzustellen, da alle Fahrzeuge vom Gebiet Sarstedt
und Giesen im Einsatz waren. Das TLF war gegen 1:30 Uhr im Standort, so
dass eine Staffel alarmierungsbereit weitere Einsätze hätte fahren
können.

Parallel dazu wurde der eingestürzte mittlere Gebäudeteil
mit einem Bagger geräumt. Die untere Wasserbehörde und ein Mitarbeiter vom
Wasserwerk waren vor Ort. Sie prüften die Möglichkeit das
Löschwasser aufzufangen. Es wurde eine Spezialfirma angefordert, die den Löschschlamm
vom Gelände absaugt.Für die entfernte Wohnsiedlung am Boksberg bestand keine
Gefahr.

Gegen 4 Uhr war das Feuer soweit aus, dass alle Fahrzeuge
einrücken konnten. Eine Gruppe mit dem LF 16 Sarstedt übernahmen die
Nachlöscharbeiten. Die TLF-Besatzung wurde gegen 6:45 Uhr zur Ablösung
alarmiert. Die Nachlöscharbeiten dauerten noch bis 12:30 Uhr an.

Eingesetzte Kräfte:
Sarstedt 1. Zug (Heisede,
Gödringen, Hotteln) 40 Mann
Sarstedt 2. Zug 39 Mann
Sarstedt 3. Zug
(Ruthe, Giften, Schliekum) 38 Mann
Giesen 56 Mann
Lühnde 3
Mann
THW 18 Mann
DRK 6 Mann
FTZ: 2 Mann
Polizei
4Mann
Insgesamt: 213 Einsatzkräfte

Fahrzeuge:
3 Tanklöschfahrzeuge, 9 Löschfahrzeuge, 1
TSF, 1 Drehleiter, 1 SW 1000, 11 sonstige

eingesetzte Rohre:
5 Wasserwerfer
4 B-Rohre ohne
Mundstück
6 C-Rohre ohne Mundstück

Material:
42 Flaschen Atemluft
eine unzählbare
Anzahl an B-Leitungen (die FTZ hatte nach dem Einsatz keinen Schlauch
mehr)

Fazit:

Der Einsatzauftrag (Riegelstellung zu den Nachbargebäuden)
konnte umgesetzt werden. Die Einsatzleitung über den ELW lief gut. Jedoch
die Nutzung von 2m-Funk war fast unmöglich, da keine Kanaltrennung
durchgeführt wurde. Der 2. Zug hat über Melder und Handy Kontakt zur
Einsatzleitung gehalten. Ein Konzept zur Kanaltrennung ist
erforderlich.

Die Atemschutzüberwachung wurde in 2 Einsatzabschnitte
unterteilt und wurde jeweils durch einen Gruppenführer durchgeführt.

Der Einsatz vom THW zur Logistik ist positiv zu
bewerten.